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# Michael Altinger vor BR-Talk-Premiere: "Stolz und zugleich nervös"
- URL: https://www.viply.de/show/michael-altinger-vor-br-talk-premiere-stolz-und-zugleich-nervos/
- Published: 2026-10-15T16:07:44.000Z
- Updated: 2026-10-15T16:08:11.000Z
- Description: Für Michael Altinger beginnt im BR Fernsehen ein neues Kapitel: Am Donnerstagabend läuft die erste Ausgabe seines Late-Night-Talks "Altinger". Im Interview verrät der Kabarettist, auf welchen Gast er sich besonders freut und wie er mit dem Lampenfieber umgeht.
- Author: Redaktion
- Tags: TV & Show, #spot

Das BR Fernsehen hat einen neuen Late-Night-Talk: Am Donnerstag (15\. Oktober) läuft um 22:00 Uhr die erste Ausgabe von "Altinger". Michael Altinger (55), bisher als Gastgeber im "schlachthof" an der Seite von Kollegen zu sehen, empfängt dort prominente Gäste an seinem Wohnzimmer-Schreibtisch. Die Show folgt auf das Format "Ringlstetter" (2016-2025).

Zum Auftakt sind Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein (61) und Nockherberg-Star Wolfgang Krebs (60) zu Gast, Special Guest ist die österreichische Kabarettpreisträgerin Antonia Stabinger (41). Es folgen am 22\. Oktober Claudia Koreck und Helmfried von Lüttichau, am 29\. Oktober Anja Kohl und Günter Grünwald sowie am 5\. November Anna Maria Sturm und Abdelkarim. Alle Folgen laufen um 22 Uhr im BR Fernsehen und in der Mediathek.

Welchen klugen Rat Altingers Vorgänger Hannes Ringlstetter (56) ihm gegeben hat, wie ein Seidenrock für eine unvergessliche TV-Panne sorgte und was bei ihm gegen Nervosität hilft, verrät der Landshuter Kabarettist und Autor im Interview mit spot on news.

## Sie sind seit Jahren Gastgeber im "schlachthof". Wie kam es zur eigenen Personality-Show?

Michael Altinger: Es war der BR selbst, der sich gewünscht hat, dass ich ein eigenes Personality-Format mache. Das ist eine ganz neue Herausforderung, auf die ich sehr neugierig bin.

## Im "schlachthof" teilen Sie sich die Bühne mit anderen Kabarettisten, jetzt steht Ihr Name über der Sendung. Wie verändert das den Druck auf Sie?

Altinger: Erst einmal freut es mich, dass man mir so viel Verantwortung zutraut. Und natürlich will ich das richtig gut machen. Deshalb kommt da der größte Druck von mir selbst. Sicher wird es auch einen Quotendruck geben und Kommentare, die mich weniger freuen werden. Das kenn ich aber alles schon und damit kann ich umgehen.

## Sie sagen, Sie seien "ein bisserl stolz und zugleich nervös". Was hilft Ihnen bei Nervosität?

Altinger: Raus an die frische Luft, mich bewegen und mir bewusstmachen, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als diese Sendung.

## "Altinger" ist die Nachfolge-Show von "Ringlstetter". Sie haben sich vermutlich vorab darüber unterhalten - wie lief das Gespräch? Und welchen Rat hatte Hannes Ringlstetter für Sie?

Altinger: Sein Hauptratschlag war: "Freu Dich auf jeden Gast und lass jeden Gast Deine Freude spüren." Ich glaub, das krieg ich hin. Ansonsten hat mir der Hannes noch ein paar ganz wichtige Erfahrungswerte aus seiner Sendung mitgegeben, die ich mir sofort hinter die Löffel geschrieben habe.

## Sie wollen nicht nur über große Politik sprechen, sondern über das, was Menschen im Alltag beschäftigt. Warum ist Ihnen dieser Perspektivwechsel gerade jetzt wichtig?

Altinger: Das liegt vor allem an der Sendezeit. Vor uns laufen im BR Fernsehen am Donnerstagabend bereits zwei Satireformate. Erst "quer" und dann der "schlachthof" oder eine andere Kabarettsendung. Ich will mich da inhaltlich mit keiner Sendung doppeln und deshalb weiche ich lieber auf gesellschaftliche Themen aus. Meine Haltung zu den politischen Ereignissen in Deutschland und der Welt soll aber trotzdem spürbar bleiben.

## Wie viel Michael Altinger steckt tatsächlich in der neuen Show - und wie viel davon ist eine bewusst konstruierte Fernsehfigur?

Altinger: Ich hatte sicher noch nie eine Sendung, in der der tatsächliche Altinger so präsent und gefordert ist. Das geht schon bei der Vorbereitung los. Die redaktionelle Seite und die Produktionsfirma gehen da voll und ganz auf meine Vorstellungen ein und klammern alles aus, worauf ich weniger Lust habe. Ich bin also nicht nur das ausführende Organ, sondern auch der Hauptgestalter dieser Sendung.

## Eine Personality-Show lebt stark von der Persönlichkeit des Gastgebers. Welche Seite von Ihnen werden die Zuschauer erstmals kennenlernen?

Altinger: Die Seite des zuhörenden und zugewandten Gesprächsführers. Das mache ich im "schlachthof" zwar auch, allerdings werde ich in meiner Sendung mehr Zeit haben für meine Gäste und auch die Möglichkeit, mehr in die Tiefe zu gehen.

## Sie empfangen die Gäste an einem Wohnzimmer-Schreibtisch. Was versprechen Sie sich von dieser bewusst privaten Atmosphäre?

Altinger: Gemütlichkeit schafft mehr Gesprächsbereitschaft. Und dann noch die richtigen Getränke dazu und gute Musik, dann wird das eine richtig unterhaltsame und entspannte Sache.

## Ihre Gäste kommen aus sehr unterschiedlichen Bereichen - von Katrin Müller-Hohenstein über Anja Kohl bis Abdelkarim. Wonach entscheiden Sie, wer zu Ihnen an den Schreibtisch passt?

Altinger: Ich habe mir für die ersten vier Folgen gewünscht, dass wir immer einen Gast haben, der mir aus der Kabarett-Comedy-Landschaft vertraut ist, und dann noch jemanden, der mit diesem Genre nichts zu tun hat. Einfach, um eine größere Bandbreite zu bieten. Und selbstverständlich sind das ausschließlich Gäste, deren Geschichten mich ganz persönlich interessieren.

## Gibt es einen Gast, bei dem Sie schon vor der Sendung gedacht haben: "Das könnte jetzt richtig spannend werden" - und warum?

Altinger: Anja Kohl. Sie kommt aus dem Wirtschafts- und Finanzbereich. Da kenn ich mich wirklich nur sehr rudimentär aus. Ich weiß aber, dass sie eine sehr tolle Erzählerin ist und mit großer Begeisterung über ihr Fach spricht. Von solchen Leuten lasse ich mich immer gerne mitreißen.

## Sie wollen unbekannte Geschichten Ihrer Gäste hervorholen. Wie weit gehen Sie bei persönlichen Fragen, wenn Sie merken, dass es emotional wird?

Altinger: In den Vorgesprächen wird schon einmal genau abgetastet, inwieweit der jeweilige Gast den Blick in sein Privatleben öffnen will. Sollte es in der Sendung aber dennoch emotional werden, habe ich schon die ausreichenden Antennen, um ein Thema auch einmal zu beenden oder in eine andere Richtung weiterzuführen. Ansonsten habe ich immer frische Taschentücher in der Hosentasche.

## Sie wollen auch "die Absurditäten Bayerns" unter die Lupe nehmen. Was ist in diesem Zusammenhang Ihr aktuelles Lieblingsthema?

Altinger: Wie plötzlich alte Bräuche und Traditionen wieder aufleben, zur Identitätsstiftung in einer Zeit, die immer unüberschaubarer wird. Ein Beispiel: Kennen Sie den Brauch "Braut aufwecken"? Da werden am Samstag in den frühesten Morgenstunden Böllerschüsse vor dem Haus der Braut abgefeuert und die gesamte Bevölkerung steht erschreckt aufrecht im Bett. Dieser Brauch lebt gerade wieder spürbar auf.

## Sie haben fast drei Jahrzehnte Bühnenerfahrung. Was können Sie heute, was der Michael Altinger von 1995 noch nicht konnte?

Altinger: Mit Bühne und Kamera umgehen und genau formulieren, was ich mag und was nicht. Andererseits schau ich auch mit leichter Wehmut auf mein jüngeres Ich zurück. Diese Naivität und dieses Gottvertrauen in mein Tun, das habe ich heute nicht mehr. Dieses "das wird dann schon irgendwie hinhaun" fehlt mir etwas. Aber manchmal sind Vernunft und Weitblick auch keine schlechten Ratgeber.

## Sie waren unter anderem bei "Die Komiker", "Ottis Schlachthof" und "schlachthof" dabei. Welche lustige Panne werden Sie nicht vergessen?

Altinger: Meine Lieblingskollegin Constanze Lindner ist im Schlachthof einmal vom Barhocker gerutscht. Mitten im Gespräch, vor laufender Kamera, saß sie plötzlich unterm Tisch. Sie trug einen Seidenrock und der war offenbar zu rutschig für die Sitzfläche. Zack, war die Stanzl weg! Darauf folgte ein kollektiver Lachkrampf über mehrere Minuten.

## Falls die Sendung voraufgezeichnet ist: Wie werden Sie sich die erste Ausgabe ansehen? Mit Familie und Freunden? Und wessen Meinung zählt dann am meisten?

Altinger: Die Sendung wird kurz vorher voraufgezeichnet. Und ich schätze, ich werde mit meiner Frau im Wohnzimmer sein. Sie wird auf der Couch sitzen und ich werde ständig auf und ab gehen. Und anschließend wird sie mir hoffentlich eine erträgliche Kritik servieren.

(ili/spot)