"Man soll niemals nie sagen": Oli.P kehrt nach 27 Jahren zu GZSZ zurück
Als Standesbeamter Ricky Marquart traut er am 30. September und 1. Oktober ein Paar, das die Zuschauer seit Wochen begleitet – im Interview erzählt er vom ersten Drehtag nach 27 Jahren.
27 Jahre nach seinem Ausstieg kehrt Oliver Petszokat als Ricky Marquart zu „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zurück. Der Sänger, Schauspieler und Moderator, den alle Oli.P nennen, ist am Mittwoch, 30. September, und Donnerstag, 1. Oktober 2026, in den Folgen 8.619 und 8.620 um 19.40 Uhr bei RTL zu sehen, auf RTL+ eine Woche vorab.
Ende der Neunzigerjahre zählte Ricky mit Cora, Nico und Nataly zu den Publikumslieblingen der Serie. Dass ausgerechnet diese knapp zwei Jahre bis heute nachwirken, hat Oli.P selbst überrascht: „Gerade die Geschichten, die erzählt wurden mit Cora, Nico, Nataly und Ricky, also mit uns Vieren, dass das ja für eine bestimmte Teenager-Generation damals so eine tiefe Zeit war.“ Dazu kam die Musik – seinen Hit „I Wish“ hat er in der Serie selbst performt.

"Es war so, als ob man sich täglich grüßt"
Der erste Drehtag in Potsdam-Babelsberg hat Oli.P nach eigenen Angaben überrumpelt. Vieles im Studio sei neu, manches erstaunlich vertraut: Das Treppengeländer im Treppenhaus ist noch dasselbe. „Mir wurde klar, dass ich da locker 2.000 Mal hoch und runter bin.“ Am meisten berührt hat ihn das Wiedersehen mit einem Mitarbeiter am Empfang, der schon während seiner ersten GZSZ-Zeit dort saß: „Es waren zwar 27 Jahre Pause, aber es war so, als ob man sich täglich grüßt.“
Was aus Ricky geworden ist, verrät Oli.P jetzt selbst: Er arbeitet als Standesbeamter – und trifft damit auf ein Paar, das die Zuschauer seit Wochen begleitet. Philip geht zum dritten Mal vor den Traualtar, und für Jessica ist es zugleich der Abschied: Nina Ensmann verlässt die Serie nach vier Jahren. Seine Botschaft an die Fans lautet: „Man soll niemals nie sagen.“

Im Interview spricht Oliver Petszokat über den Moment am Studiotor, über das, was aus Ricky geworden ist, und über den Rat, den er seinem jüngeren Ich geben würde.
27 Jahre nach deinem Ausstieg standest du wieder bei GZSZ vor der Kamera. Wie hat sich der allererste Moment am Set angefühlt?
Es ist ein ganz, ganz komisches Gefühl, weil die Erinnerung von damals auf einmal wieder da war. Es fühlte sich alles so natürlich an. Alleine vor dem Studio zu parken, weil ich hier schon so oft und so lange in meinem Leben geparkt habe – das ist natürlich sehr lange her. Aber trotzdem war es so ein Gefühl von: Ah ja, natürlich parke ich hier und gehe da jetzt rein, weil ich das früher auch schon so oft gemacht habe. Im Studio stehen natürlich jetzt andere Kulissen, aber das Treppengeländer im Treppenhaus ist noch gleich. Das Gefühl beim Treppensteigen, das Geländer wieder in der Hand zu haben, hat mich total überrumpelt. Mir wurde klar, dass ich da locker 2.000 Mal hoch und runter bin. Auch die Räume hinter den Kulissen sind ja immer noch da. Aber zum Beispiel da, wo früher unser Fanclub-Raum mit der Fanpost und einem Computer war – das war für uns der Wahnsinn, weil wir da einfach ins Internet konnten –, ist jetzt die Kostümabteilung. Es haben sich also Sachen geändert, aber es ist natürlich trotzdem das gleiche Gebäude. Es ist viel Gewohntes, aber auch ganz viel Neues – auf allen Ebenen.
Und was war das Erste, das bei dir die große Nostalgie ausgelöst hat: die Studios, die Kolleginnen und Kollegen oder das berühmte GZSZ-Catering?
Eigentlich war es wirklich ein Mitarbeiter, der am ersten Drehtag früh am Empfang saß. Er saß auch schon am Empfang, als ich hier als 19-, 20-, 21-Jähriger gedreht habe. Ich glaube, er ist neben wahrscheinlich Wolfgang Bahro einer der Dienstältesten hier im Haus. Aber er war genauso emotional wie damals: „Hey Oli!“ Und ich: „Hey André!“ Es waren zwar 27 Jahre Pause, aber es war so, als ob man sich täglich grüßt. Das war ein ulkiger Moment.
Viele Fans verbinden dich bis heute mit Ricky Marquart. Hast du damals geahnt, dass die Rolle Jahrzehnte später noch so präsent sein würde?
Es ist wirklich ganz komisch, dass die nicht mal zwei Jahre, die ich hier gedreht habe, für eine bestimmte Generation damals eine sehr prägende Zeit waren. Gerade die Geschichten mit Cora, Nico, Nataly und Ricky, also mit uns Vieren. Dann kam bei mir ja noch die Musik dazu. Ich glaube, wir hatten hier sogar einen Musikeinbau mit „I Wish“, das habe ich in der Serie performt. Erst danach wurde einem bewusst, was das für einen bleibenden Eindruck bei sehr, sehr vielen Menschen hinterlassen hat. Und das Schöne ist, dass es ein positiver, freundlicher Eindruck ist. Viele Menschen, die älter geworden sind – so wie ich ja auch –, verbinden damit eine schöne Zeit und sagen: „Ach Mensch, das hat damals so Spaß gemacht zuzuschauen. Das war damals so eine tolle, aufregende Zeit.“ Natürlich sagen dann auch viele Leute: „Früher war eh alles besser.“ Aber ich glaube: Besser war es nicht, es war halt anders. Ich finde es schön, dass die Menschen mit der Zeit damals so viel Liebe verbinden. Umso schöner ist es, dass ich jetzt 27 Jahre später noch mal zurückkehren darf.
Und was ist aus Ricky Marquart geworden? Wie hat er sich weiterentwickelt?
Natürlich hat sich Ricky auch weiterentwickelt. Optisch ist er älter geworden und er kommt mit einem anderen Beruf zurück nach Berlin. Was ich schon verraten kann: Er arbeitet jetzt als Standesbeamter. (lacht)
Du hast in den vergangenen Jahren so viel gemacht: Musik, Moderation, Fernsehen. Warum ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt für ein GZSZ-Comeback?
Wahrscheinlich hätte es viele richtige Momente gegeben. Für ein Comeback bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ gibt es keinen falschen Zeitpunkt – das ist erst mal das Wichtigste zu sagen. Aber es hat einfach gepasst. Es kam die Frage und ich habe gesagt: „Hä, natürlich, na klar! Das wird eine Gaudi, das wird richtig toll.“ Ich habe generell in meinem Leben nie so strategisch über Sachen nachgegrübelt und überlegt: Wenn wir jetzt die Karriere so planen, dann muss man das und dann das und das machen. Sondern ich habe eigentlich immer, egal was ich mache, auf mein Bauchgefühl gehört. Und als die Frage kam, war für mich einfach klar: Ja geil, das ziehen wir noch mal durch.
Ohne jetzt zu viel zu verraten: Worauf dürfen sich die Fans bei deinen Folgen besonders freuen? Gibt es eher emotionale Momente, Humor oder jede Menge Überraschungen?
Eigentlich genau diese drei Sachen: Humor, Emotionales und Überraschungen. Es wird knackig werden. Aber deswegen ist es umso wichtiger, täglich „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu gucken, damit man das auf gar keinen Fall verpasst.
Dein Hit „Flugzeuge im Bauch“ erlebt seit Jahren immer wieder ein Comeback und wurde in diesem Jahr mit siebenfach Gold ausgezeichnet. Erlebst du aktuell insgesamt eine besondere Phase in deiner Karriere?
Eigentlich nicht. Es ist ja eh alles im Fluss, was man erlebt. Und ich habe eher das Gefühl, das war nie weg. Das ist ja immer alles die ganze Zeit da. Aber ich freue mich, dass ich auf dieser Welle schon sehr lange surfen darf. Und solange meine Knie noch halten, surfe ich weiter.
Wenn du deinem jüngeren Ich aus deiner GZSZ-Zeit heute einen Rat geben könntest, welcher wäre das?
Lauf! (lacht) Nein, Quatsch. Ich bin ganz, ganz froh, dass ich dahin gekommen bin, wo ich heute in meinem Leben bin, und dass ich täglich in den Spiegel gucken und sagen kann: Ja, genau so ist es richtig. Ich würde keinen einzigen Schritt, keine Sekunde, kein Hundertstel anders machen. Denn egal, welchen Schritt man vielleicht in der Vergangenheit wegnimmt, kann es sein, dass ich jetzt nicht hier sitzen und heute wieder drehen dürfte. Wenn ich also etwas sagen müsste, dann würde ich meinem jüngeren Ich einfach nur sagen: Hör auf dein Bauchgefühl und zieh einfach durch.
Du hast eine unglaublich treue Fangemeinde als Sänger und als Schauspieler. Was möchtest du den Menschen sagen, die sich seit fast 30 Jahren auf ein Wiedersehen mit dir bei GZSZ gefreut haben?
Man soll niemals nie sagen. Ich habe ja selbst nicht so richtig damit gerechnet. Man hat es auch nicht forciert. Es war ja nicht so, dass man gesagt hat: Das ist das Ziel und das muss irgendwann mal stattfinden. Aber wenn ich jetzt versuche, mich da reinzuversetzen – auch in Serien, die ich als Kind gerne geguckt habe –, dann wäre das das Gleiche, wenn jetzt Hasselhoff sagt: „Knight Rider, nächstes Jahr geht’s weiter.“ Da würde ich auch sagen: „Ach, wie geil ist das denn? Hasselhoff ist wieder Michael Knight in Knight Rider!“ Und so, wie das für mich wäre, kann es natürlich sein, dass es sich für die Fans anfühlt. Wenn sich überhaupt jemand wirklich daran erfreut und sagt: „Ach, das ist aber ein toller Moment, das gucke ich mir an“, dann freue ich mich total. Weil das einfach zeigt, dass die Zeit damals, die man hier erlebt hat, eine besondere Zeit war.
Und die letzte Frage: Was ist für dich persönlich gerade das Schönste – einmal privat und einmal beruflich?
Was heißt überhaupt das Schönste? Es gibt ja nicht den einen Moment und dann sagt man: Und jetzt bin ich glücklich. Das ist ja immer nur eine Momentaufnahme. Ich bin generell eigentlich immer mit dem zufrieden, so wie es gerade ist, weil ich weiß, wie es ist, wenn das nicht so ist. Durch meine Frau weiß ich, wie es ist, wenn Gesundheit nicht da ist. Und ich versuche mich auch immer in andere Menschen reinzuversetzen. Auch wenn der Bogen vielleicht ein bisschen weit gespannt ist: Einige hundert oder einige tausend Kilometer von hier fliegen Raketen rum und machen Gebäude und Familien kaputt. Wir leben in einer Gesellschaft, in der man ganz viel meckert und sagt: „Das war besser“ oder „Ich habe doch das Anrecht auf das und das.“ Und ich denke mir immer: Mann, ich kann einfach nur glücklich sein. Für all das, was für meine Familie und für mich da ist, bin ich einfach wahnsinnig dankbar.
Folgen 8.619 und 8.620 am 30. September und 1. Oktober, eine Woche vorab auf RTL+
„Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ ist am 11. Mai 1992 als Deutschlands erste tägliche Serie gestartet und wird von UFA Serial Drama produziert. Der RTL-Klassiker läuft montags bis freitags um 19.40 Uhr bei RTL und jederzeit eine Woche vorab auf RTL+, produziert wird in UHD und ausgestrahlt auf RTL UHD. Die Verwendung des sendungsbezogenen Bildmaterials ist nur mit Hinweis und Verlinkung auf RTL+ gestattet.