Spielen macht Spaß und liegt in der Natur des Menschen. Auch in Deutschland sind viele Menschen vom Glücksspiel fasziniert und begeistert. Und das lässt sich auch leicht nachvollziehen, schließlich kann man beim Zocken leicht auf andere Gedanken kommen und etwas vom Alltagsstress abschalten.

Das Spiel mit dem Glück ist ja wirklich spannend und sorgt für den gewissen ‘Kick’. Insbesondere der Thrill, wenn die Kugel im Rouletterad springt, die Spieler gebannt den Bewegungen der Kugel folgen und sich fragen, in welchem Feld sie wohl liegen bleiben wird…

  • Oder das verliebte Paar, das Woche für Woche vor dem Fernseher die Ziehung der Glückszahlen verfolgt und darauf hofft, auch einmal das ganz große Los zu ziehen…
  • Oder der Pokerspieler, der mit immer schneller schlagendem Herzen versucht, sein Pokerface zu bewahren und sich nach einem All-In nicht anmerken lassen möchte, dass er tatsächlich ein Full House hat…
  • Oder der Casino-Besucher, der ungeduldig auf einen Glücksspielautomaten starrt und sein Glück kaum fassen kann, wenn er nach mehreren Spins tatsächlich einen richtig fetten Gewinn abstaubt…

Dies sind nur einige Beispiele, die zeigen, warum das Glücksspiel für richtig viel Adrenalin sorgen und den Spielern ein wirklich großes Vergnügen bescheren kann. Doch wo viel Licht ist, zeigen sich – wie so häufig im Leben – auch Schattenseiten.

Beim Glücksspiel ist das nicht anders: Bei manchen Spielern wandelt sich ein harmloser Freizeitvertreib zu einer ernst zu nehmenden Spielsucht. Laut Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gibt es in Deutschland über 400.000 Menschen mit einem problematischen Glücksspielverhalten.

Nachfolgend stellen wir einige Promis vor, die durch ein auffälliges Spielverhalten bereits im Blickpunkt des öffentlichen Interesses standen und stellen gesetzliche Maßnahmen vor, die der Suchtprävention und dem Spielerschutz dienen.

Notorische Promi-Zocker

Laut einer Studie der BZgA haben in Deutschland rund 75 Prozent der 16–70-Jährigen schon einmal an einem Glücksspiel teilgenommen. Das Spiel mit dem Glück ist also weit verbreitet und zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten.

Dementsprechend ist es absolut naheliegend, dass es auch unter den Promis einige begeisterte Spieler gibt. Manche von ihnen gelten als notorische Zocker und standen wegen ihres auffälligen Spielverhaltens schon einmal oder sogar mehrfach im Fokus der Öffentlichkeit. Doch was ist das überhaupt, ein notorischer Zocker?

Das Wort “notorisch” leitet sich von dem lateinischen Wort “notus” ab, einem Adjektiv der A-Deklination, das gemeinhin mit “bekannt” übersetzt wird. Im heutigen Sprachgebrauch wird “notorisch” jedoch zumeist mit der Bedeutung “gewohnheitsmäßig” oder auch “ständig” genutzt. Diese Bedeutung mag auf den ersten Blick vielleicht nicht vollständig deckungsgleich mit der erstgenannten erscheinen, bei einer genaueren Betrachtung erschließt sich jedoch der Zusammenhang: Eine Person ist für etwas bekannt, weil sie es ständig macht.

Der Begriff ist zusätzlich mit einer eher negativen Konnotation versehen, da das Verhalten des Betroffenen als geradezu zwanghaft verstanden wird. Ein notorischer Zocker ist also jemand, der ständig und andauernd dem Kick des Glücksspiels nachjagt und kaum der Verlockung eines Spiels widerstehen kann, im Extremfall vielleicht sogar dazu bereit ist, den gesetzlich legalen Rahmen dafür zu verlassen.

Darum stand Spider-Man Tobey Maguire vor Gericht

In einen juristischen Konflikt geriet zum Beispiel einmal Tobey Maguire. Der beliebte Schauspieler (Spider-Man 1–3, Seabiscuit) gilt als starker Pokerspieler, schaffte es sogar im Jahr 2007 in den Main-Event der World Series of Poker (WSOP). Letztlich schied er jedoch auf Platz 292 aus, konnte aber immerhin einen Gewinn von fast 40.000 US-Dollar erringen.

Die Teilnahme an verschiedenen anderen Turnieren brachte ihn jedoch schließlich 2011 vor Gericht: Zusammen mit anderen Promis wie Ben Affleck und Leonardo DiCaprio hatte er in der Zeit von 2006 bis 2009 an mehreren Poker-Turnieren teilgenommen. Maguires Pech: Er hatte in den Spielen größere Summen von dem Hedgefonds-Manager Bradley Ruderman gewonnen. Dieser hatte jedoch das Geld seiner Kunden veruntreut und als Einsatz genutzt.

Im Nachgang hatte daher Rudermans Treuhänder Maguire und andere Spieler auf die Herausgabe ihrer Gewinne verklagt, um mit dem Geld Rudermans Betrugsopfer entschädigen zu können. Maguire gab zwar an, nichts von den Hintergründen gewusst zu haben, soll jedoch letztlich eine Summe von 80.000 US-Dollar zurückgezahlt haben, um das Verfahren endlich abzuschließen. Für Ruderman lief es hingegen weniger glimpflich ab: Er wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Charlie Sheen im Sumpf von Drogen und Gewalt

Charlie Sheen gehört heute sicher zu den umstrittensten Hollywood-Stars, mehrere Skandale weist die Vita des Schauspielers auf, der mit seinen Rollen in Platoon, Wall Street und natürlich besonders Two and a Half Men einem Millionen-Publikum bekannt wurde. Die Liste seiner Skandale ist lang, Vorwürfe von häuslicher Gewalt, unkontrollierten Aggressionen und Drogenmissbrauch ziehen sich durch sein Leben.

So soll er zum Beispiel seine Verlobte Kelly Preston angeschossen und seine Freundin Brittany Ashland bewusstlos geschlagen haben. Seine Ex-Frau Denise Richards machte zudem sein problematisches Spielverhalten öffentlich. Angeblich soll er zu Hochzeiten wöchentlich bis zu 20.000 US-Dollar verzockt haben – vorrangig bei Sportwetten.

Hugh Jackman und seine Liebe zum Lotto

Bei dem Stichwort Spielsucht denken viele Menschen wohl zuerst an einen Roulettetisch, verrauchte Wettstuben oder blinkende Automaten. Auf eine andere Form der Spielsucht wies hingegen Hugh Jackman (Les Misérables, X-Men) hin. Der Schauspiel-Star gestand 2014 in einem Interview, spielsüchtig zu sein, er könne nämlich an keinem Kiosk vorbeigehen, ohne einen Lottoschein auszufüllen.

Mehr als 200.000 US-Dollar habe er eigenen Angaben zufolge im Laufe der Zeit schon in die Lose investiert. Den Jackpot habe er dabei jedoch nie geknackt.

Leonardo DiCaprio, Ben Affleck und und und…

Die genannten Beispiele legen eine Annahme nahe: Es ist offensichtlich nicht einfach nur die Hoffnung auf das schnelle Geld, welche die Menschen an die Spieltische lockt – man sollte schließlich denken, dass das Konto der genannten Hollywood-Größen auch ohne Zockerei ausreichend gefüllt ist. Die Liste der prominenten Zocker ließe sich an dieser Stelle übrigens noch problemlos und umfassend erweitern.

Ein weiteres prominentes Beispiel gefällig? Oben wurde bereits darauf hingewiesen, dass auch Leonardo DiCaprio und Ben Affleck an den problematischen Pokerrunden teilgenommen hatten, die Tobey Maguire einst eine Gerichtsverhandlung bescherten. Überhaupt geriet Ben Affleck immer wieder bezüglich seiner Zocker-Aktivitäten in die Schlagzeilen. Mal soll er größere Gewinne eingestrichen haben, genauso wurde jedoch auch schon von größeren Verlusten berichtet.

Gerüchten zufolge sollen auch seine Spiel- und Alkoholprobleme zum Ehe-Aus mit Ex-Frau Jennifer Garner geführt haben. Was an diesen Gerüchten dran ist, lässt sich nicht klar auflösen – genauso wenig wie die Frage, ob er einfach nur gern spielt oder tatsächlich ein problematisches Spielverhalten erkennen lässt.

Die Übergänge zwischen einem gelegentlichen Spielen aus Freude oder einem problematischen Spielverhalten bzw. sogar einer Spielsucht sind fließend. Dies gilt natürlich nicht nur für Promis, sondern gleichermaßen für alle anderen Menschen und Spieler. Auch deswegen haben in Deutschland die 16 Bundesländer in einem langwierigen Prozess einen neuen Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) ausgehandelt. Dieser soll den hiesigen Spielern ein legales Spielvergnügen mit bundeseinheitlichen Regelungen ermöglichen und zugleich der Suchtprävention dienen.

Der neue Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV)

Infolge der Verabschiedung und Ratifizierung des neuen Glücksspielstaatsvertrags ist dieser am 1. Juli 2021 in Kraft getreten. Seither sind in Deutschland Online-Casinos nur dann legal, wenn sie die entsprechenden Bestimmungen beachten und die deutsche behördliche Lizenz für das Angebot von Online-Glücksspiel vorweisen können.

Ein zentrales Anliegen des Glücksspielstaatsvertrags ist dabei der Spielerschutz. Um eine behördliche Lizenz erhalten zu können, müssen die Anbieter nämlich verschiedene Auflagen erfüllen, die dem Schutz der Spieler und der Suchtprävention dienen. Die Bestimmungen sehen beispielsweise vor, dass die Anbieter nur eingeschränkt Werbung für ihr Angebot machen dürfen, außerdem gibt es ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Spieler sowie eine bundesweite Sperrdatei. Auch müssen die Anbieter die Spieler regelmäßig über Gewinne und Verluste informieren sowie einen Panikbutton bereithalten, mit dessen Hilfe die Spieler sich selbst für 24 Stunden sperren können.

Des Weiteren wurde das Angebot von Tischspielen wie Roulette und Blackjack verboten. Die beschriebenen Maßnahmen sollen dabei helfen, einem problematischen Spielverhalten oder einer Spielsucht vorzubeugen. Eines der ersten Online-Casinos, das die neuen Bestimmungen respektiert und umsetzt, sind übrigens die JackpotPiraten, die zum großen Start 25.000 EUR sowie viele weitere Preise verlosen.

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