Punkte, Prämien, Cashback: Wann sich Bonusprogramme wirklich lohnen
Wer seine Karten gezielt einsetzt, holt aus Bonusprogrammen mehr heraus als ein paar Punkte.
An der Supermarktkasse, an der Tankstelle, in der Drogerie: Kaum ein Einkauf endet ohne die Frage nach der Kundenkarte. Bonusprogramme gehören in Deutschland zum Alltag, und viele Menschen tragen gleich mehrere davon im Portemonnaie oder in der App. Doch ob sich das Sammeln lohnt, hängt weniger vom Programm ab als davon, wie man es nutzt.
Das Prinzip: Daten gegen Rabatt
Ein Bonusprogramm ist ein Tausch. Die Kundin bekommt Punkte, Rabatte oder Prämien, das Unternehmen bekommt Informationen darüber, was, wann und wo eingekauft wird. Daraus entstehen personalisierte Angebote, die zum Wiederkommen bewegen sollen. Wer das weiß, kann bewusst entscheiden, bei welchen Programmen er mitmacht und bei welchen nicht.
Rechnen statt sammeln
Der Grundwert der meisten Programme ist bescheiden. Für einen Euro Umsatz gibt es meist nur einen kleinen Bruchteil als Gegenwert zurück. Interessant wird es erst mit den Extras: Coupons, die ein Vielfaches an Punkten bringen, Aktionswochen oder Partnerangebote. Wer diese Coupons vor dem Einkauf aktiviert und auf Dinge anwendet, die ohnehin auf dem Einkaufszettel stehen, holt deutlich mehr heraus.
Die wichtigste Regel lautet dabei: nichts kaufen, nur weil es Punkte gibt. Ein Produkt, das man sonst nicht gekauft hätte, ist auch mit zehnfachen Punkten kein Schnäppchen.
Verfallsdaten im Blick behalten
Viele Punkte verfallen nach einer bestimmten Zeit, oft ohne dass man es merkt. Ein Blick in die App oder das Kundenkonto ein- bis zweimal im Jahr lohnt sich deshalb. Wer genug gesammelt hat, löst lieber gegen einen Einkaufsgutschein oder eine Gutschrift an der Kasse ein als gegen eine Sachprämie aus dem Katalog. Der Gegenwert ist dort meist leichter zu überblicken.
Ein Wort mit langer Geschichte
Das Wort Bonus stammt aus dem Lateinischen und heißt schlicht „gut“. In der Kaufmannssprache wurde daraus die Zugabe, das Plus obendrauf. Heute begegnet es uns überall: im Bonusheft beim Zahnarzt, das bei regelmäßigen Kontrollen den Zuschuss der Krankenkasse für Zahnersatz erhöht, in den Bonusprogrammen der Krankenkassen für Sport und Vorsorge, als Jahresbonus im Job oder als hitnspin bonus bei einer Unterhaltungsplattform. Wer Bonus sagt, verspricht etwas zusätzlich.
Weniger Karten, mehr Ertrag
Wer seine Programme ausmistet, spart am Ende oft mehr. Zwei oder drei Karten für die Geschäfte, in denen man wirklich regelmäßig einkauft, bringen mehr als ein Dutzend, bei denen sich nie genug ansammelt. Und für alle, die auf das Sammeln ganz verzichten wollen, gilt: Der beste Rabatt ist immer noch der Einkauf, der gut geplant ist.