So teuer ist Bequemlichkeit: Was Deutsche für Convenience draufzahlen

Im Alltag mögen wir es gerne mal bequem – schließlich ist zwischen Job, Familie und anderen Verpflichtungen die Zeit oft knapp. Doch wie viel zahlen Verbraucher tatsächlich dafür?

Teilen
So teuer ist Bequemlichkeit: Was Deutsche für Convenience draufzahlen
Foto: Ilya Godze / Unsplash

Im Alltag mögen wir es gerne mal bequem – schließlich ist zwischen Job, Familie und anderen Verpflichtungen die Zeit oft knapp. Doch wie viel zahlen Verbraucher tatsächlich dafür?

Eine neue Preisanalyse von casino.at zeigt, wie groß der sogenannte „Convenience-Aufschlag“ ausfallen kann. Dafür wurden in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Köln die Preise verschiedener Convenience-Angebote mit vergleichbaren Alternativen verglichen.

Uber statt ÖPNV: Bis zu 481 Prozent Aufschlag

Besonders deutlich zeigt sich der Convenience-Aufschlag bei der Wahl des Verkehrsmittels. In den fünf untersuchten Städten liegt der mediane Aufschlag für Ride-Hailing gegenüber dem ÖPNV bei 432,1 Prozent.

Am größten war der Unterschied in München. Für die untersuchte Strecke vom Marienplatz zum Olympiapark kostete die Uber-Fahrt zum Zeitpunkt der Erhebung 24,42 Euro. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wurden für die vergleichbare Strecke 4,20 Euro fällig. Das entspricht einem Aufschlag von 481,4 Prozent.

Auch in Berlin fiel der Unterschied deutlich aus: Eine Uber-Fahrt vom Alexanderplatz zur East Side Gallery kostete 15,18 Euro, verglichen mit 2,80 Euro für den ÖPNV – ein Aufschlag von 442,1 Prozent. In Hamburg kostete die untersuchte Uber-Fahrt 22,35 Euro, im Vergleich zu 4,20 Euro mit öffentlichen Verkehrsmitteln – ein Aufschlag von 432,1 Prozent.

Liefern lassen oder selbst abholen? Auch Kaffee und Fast Food kosten extra

Auch wer sich Kaffee oder Essen liefern lässt, zahlt extra. Bei Starbucks lag der mediane Aufschlag für die Lieferung gegenüber dem Kauf in der Filiale bei 131,9 Prozent. Bei McDonald’s fiel der mediane Aufschlag für eine Lieferung gegenüber der Abholung mit 16,4 Prozent deutlich geringer aus.

Den höchsten Starbucks-Aufschlag gab es in Köln: Dort kostete die untersuchte Lieferung 14,48 Euro gegenüber 4,95 Euro beim Kauf in der Filiale. Das entspricht einem Aufschlag von 192,5 Prozent.

Bei McDonald’s war der Aufschlag in Berlin am höchsten: Die Lieferung kostete 20,30 Euro, die Abholung dagegen 14,59 Euro – ein Unterschied von 39,1 Prozent.

Convenience im Supermarkt: Vorgekochte Kartoffeln kosten fast 500 Prozent mehr

In einer zusätzlichen Analyse wurden ausgewählte Convenience-Produkte mit weniger verarbeiteten Optionen desselben Händlers verglichen. Der mediane Aufschlag der sechs untersuchten Produktgruppen – Käse, Obst, Gemüse, Reis, Kaffee und Kartoffeln – lag bei 82,6 Prozent.

Besonders groß war der Preisunterschied bei Kartoffeln: Vorgekochte Kartoffeln kosteten in der Erhebung 4,48 Euro pro Kilogramm, rohe Kartoffeln dagegen 0,76 Euro. Damit lag der Convenience-Aufschlag bei 489,5 Prozent.

Vorgeschnittene Ananas kostete mit 8,73 Euro pro Kilogramm 449,1 Prozent mehr als eine ganze Ananas für umgerechnet 1,59 Euro pro Kilogramm. Bei verzehrfertigem Rotkohl betrug der Aufschlag 157,5 Prozent.

Interessant: Die bequemere Variante ist nicht zwangsläufig teurer. Gouda in Scheiben kostete im Vergleich 9,95 Euro pro Kilogramm und damit 13,9 Prozent weniger als Gouda am Stück für 11,56 Euro pro Kilogramm.

Die fünf untersuchten Städte im Vergleich:

RangStadtStarbucks: Lieferung vs. FilialeMcDonald’s: Lieferung vs. AbholungUber vs. ÖPNVMedianer Convenience-Aufschlag
1München+131,9 %+12,9 %+481,4 %+131,9 %
2Frankfurt+131,9 %+25,0 %+124,7 %+124,7 %
3Berlin+121,8 %+39,1 %+442,1 %+121,8 %
4Hamburg+121,7 %+11,4 %+432,1 %+121,7 %
5Köln+192,5 %+16,4 %+97,8 %+97,8 %