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Das sind die Fair-Fashion-Trends im Herbst und Winter 2018

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Fair Fashion und Trends passen eigentlich nicht zusammen. Hinter nachhaltiger Mode steckt schließlich der Gedanke, Teile möglichst lange tragen zu können. Eine, die solche zeitlosen Klassiker designt und auf den Markt bringt, ist die Münchener Label-Gründerin Darinka Radenkovic. 2015 brachte sie unter dem Namen Greentee ihre erste eigene Shirt-Kollektion heraus, die sich seitdem um Blusen, Kleider und Röcke erweitert hat. Inwieweit sich Fair Fashion trotzdem an aktuellen Trends orientiert, verrät die Designerin im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Was sind gerade die wichtigsten Fair-Fashion-Trends?

Darinka Radenkovic: Die Fair-Fashion-Branche lässt sich von den Looks und Styles der High Fashion inspirieren. Man findet deswegen zum Beispiel die weit und hoch geschnittene Marlene-Hose auch im nachhaltigen Bereich. Auch 80er-Jahre-Silhouetten mit Oversize-Teilen, die durch einen Gürtel figurbetont gemacht werden, finden sich in den Kollektionen wieder. Nur das Schrille – Pailletten, Glanzstoffe, Schulterpolster – sucht man in der Fair Fashion vergeblich. Diese Stoff-Veredelung widerspricht nachhaltigen Konzepten.

Wer wird im Fair-Fashion-Bereich fündig?

Radenkovic: Den Fans weicher, fließender Stoffe und Schnitte bietet die Fair Fashion eine modische Alternative. Business-Looks aus schlichter weißer Bluse, schwarzem Blazer, schwarzer Hose oder Pencil-Skirt sind überall zu sehen. Allgemein fokussiert man sich eher weniger auf das angesagte Einzelteil, sondern auf Gesamtlooks. Der persönliche Stil ist Ausdruck von Individualität und Wertschätzung sich selbst gegenüber. Alles ist möglich! Mode soll Freude machen!

Welche Farben sind in dieser Saison besonders angesagt?

Radenkovic: Angesagt sind die herbstlichen Farben der Natur: Goldgelb, Rot und Violett, Brombeere oder Feuerrot sowie erdige Braun- und Ockertöne, Senf, Beige und Olive. Die aktuellen Farben ähneln einem Herbstspaziergang durch einen Wald… Aber auch „urbane“ Farben wie Schwarz und Weiß, ein kühles Grau und eher maskuline Karomuster sind im Trend.

Welche Stoffe/Materialien – vor allem im Bereich Fair Fashion – sind im Moment besonders beliebt?

Radenkovic: Ich verwende für meine Kollektionen gerne immer wieder: Bio-Jersey, Mesh, Bio-Tüll und in der aktuellen Kollektion einen kuscheligen, einzigartigen Bio-Baumwoll-Fleece. Fleece kennt man aus der Outdoor-Mode, jedoch mit eher praktischer Funktion. Ich wollte zeigen, dass Fleece auch modisch und sogar elegant sein kann. „Upcycling“ ist groß im Trend, also die Umverarbeitung von Textilien aus Kunstfasern. Für meine Kollektionen „upcycle“ ich nicht, da ich mit Kunstfasern nicht arbeiten möchte – diese sind oft zu hautunverträglich. Vielmehr recherchieren wir nach weiteren Naturstoffen, zum Beispiel Stoffe aus Bambus, Hanf oder Nessel.

Welche nachhaltig produzierten Stoffe halten bei kühlen Temperaturen besonders warm?

Radenkovic: Ganz klar! Der in unserer aktuellen Greentee-Kollektion Leaves verwendete Bio-Baumwoll-Fleece ist aufgrund seiner Materialität und seinen Fasern etwas ganz Besonderes! Er hat eine ausgleichende Wärmefunktion und ist somit perfekt für die Übergangszeit. Bio-Fleece erfüllt den Anspruch an ein wärmendes Textil und an Mode.

Der Lagenlook ist im Herbst immer besonders angesagt. Wie gelingt der perfekte Layer-Look?

Radenkovic: Man sollte sich beim Layern auf maximal drei Schichten beschränken und natürlich nicht einfach konzeptlos Kleidung kombinieren. Man erzeugt Spannung durch Kontraste und vermeintliche Widersprüche. Zum Beispiel passt ein dicker Wollpulli zu einem zartem Seidenrock, ein Lingeriedress zu schweren Boots, eine leicht transparente Tüllbluse zu einer rockigen Lederjacke. Der Layering-Look lebt von unterschiedlichen Längen, es soll immer ein wenig Stoff hervorblitzen. Die Silhouette sollte ausbalanciert sein. Die nachhaltige Modebranche bietet zahlreiche Möglichkeiten für alle Stil- und Figurtypen! Ich wünsche allen Frauen viel Freude beim Kreieren ihres eigenen, individuellen Looks.

Auf was muss man beim Kauf von fairer Mode besonders achten?

Radenkovic: Skeptisch stehe ich nach wie vor den „nachhaltigen Konzepten“ von großen, bekannten Modemarken gegenüber. Zwar wird Bio-Baumwolle eingesetzt, jedoch die firmeninterne Infrastruktur für die Produktion weitergenutzt, etwa in Indien oder Bangladesch. Sozialökonomische Standards werden also kaum verbessert. Beim Kauf fairer Mode garantiert das GOTS-Zertifikat die Verwendung von wassersparender Bio-Baumwolle sowie die chemiefreie Kultivierung der Pflanzen und umweltverträgliche Färbeprozesse. Das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard) wird vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft verliehen. An Textilien, Stoffen und Materialien, die 70 bis 90 Prozent Biofasern enthalten. Die sichere Herkunftsquelle ist so garantiert.

Für Laien ist der Zertifikate-Dschungel oft überfordernd. Welchen Tipp haben Sie?

Radenkovic: Das Thema Zertifikate und Gütesiegel für faire Mode ist leicht unübersichtlich. Es sind zu viele… Jedoch kann der Konsument stets beim Einzelhändler nachfragen, im Sinne von „who made my clothes?“ Dieses Interesse an der Produktion und den „Inhalten“ wird den Wandel zu einer gesünderen und ethischeren Textilbranche mitgestalten. Viele Einzelne können viel bewegen! Bewusstsein schafft den Wandel.

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