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Zensur, nein danke! Für mehr Skinpositivity auf Facebook und Instagram

Wusstest Du schon...

Prinz Charles trägt heute noch Schuhe von 1971

Facebook bestimmt darüber, was auf seinen Plattformen gezeigt werden darf. Am liebsten sind dem Konzern positive Bilder. Inhalte, die Gewalt verherrlichen oder Pornografie zeigen, gehören nicht dazu – das klingt noch einigermaßen verständlich. Doch vor Kurzem sorgten Facebook und Konzern-Tochter Instagram mit einer für viele unverständlichen Löschaktion von Bodypositivity-Bildern für Empörung. Die Social-Media-Netzwerke entfernten zahlreiche Fotos, mit denen Nutzern auf ihre jeweiligen Hauterkrankungen wie zum Beispiel Schuppenflechte aufmerksam machen und so die Öffentlichkeit für diese Themen sensibilisieren wollten.

Facebook und Instagram: Perfektion ist alles

Auf Facebook und Instagram suchen die meisten eher Ablenkung, wollen dem Alltag entfliehen, sich mit ihresgleichen vernetzen und austauschen. Der Freundschaftsbegriff der „Generation Facebook“ hat sich gewandelt, ebenso das Schönheitsideal. Die meisten User nutzen die sozialen Netzwerke zur Selbstdarstellung und Inszenierung, es regiert der schöne Schein. Fotos sind massiv bearbeitet, überall glänzen durchtrainierte Körper mit makelloser Haut.

Abseits der Social-Media-Auftritte sehen Menschen aber nicht aus wie gemalt. Sie haben Dehnungsstreifen an Armen, Bauch oder Beinen, unreine Haut und Akne im Gesicht. Für das perfekte Foto kommen in der Regel Make-up und Korrekturfilter einer Bildbearbeitungssoftware zum Einsatz. Kein Wunder, dass viele schockiert waren, als Model Kendall Jenner (22) bei den Golden Globes 2018 mit Akne im Gesicht auftauchte.

Niemand ist perfekt: Auch die Models nicht

Einige möchten diesen Schönheitswahn nicht mehr mitmachen, ihre Makel nicht mehr verstecken und einfach nur ihr wahres Gesicht zeigen. Der Trend zur Gegenbewegung nennt sich #skinpositivity. Das Motto: Zeig dich, wie du bist – für Hautunreinheiten brauchst du dich nicht zu schämen! Auf Instagram machen mittlerweile viele mit, darunter bekannte Bloggerinnen und Prominente wie das australische Model Belle Lucia, die Vorher-Nachher-Bilder sowie Schnappschüsse von sich hochladen.

Belle Lucia litt als junges Mädchen beispielsweise an starker Akne – kaum zu glauben, bei ihrem makellos wirkendem Äußeren, das sie auf ihrem Instagram-Kanal präsentiert. Doch um anderen Mädchen mit demselben Leiden Mut zu machen, erzählte sie ihre Geschichte mit einem Vorher-Nachher-Post. Sie habe nicht nur im Gesicht, sondern auch im Brustbereich und am Rücken an Akne gelitten. „Als ich jung war, wünschte ich, jemand hätte mir gesagt, dass ich mich nicht durch mein Aussehen definiere und dass auch die Models in der Werbung nicht perfekt sind“, beschreibt Belle Lucia ihre Beweggründe, mit ihrer Hautkrankheit an die Öffentlichkeit zu gehen.

Darüber zu sprechen, ist am wichtigsten!

Auch Social-Media-Nutzer, die an Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis, leiden, wollen ihre Makel nicht mehr verbergen. Die nicht ansteckende Krankheit äußert sich in Form von roten Stellen und silbrigweiß glänzenden Schuppen auf der Haut, verbunden mit starkem Juckreiz und schmerzhaften Hautrissen. Für Betroffene sind soziale Netzwerke mehr als Heile-Welt-Plattformen. Sie präsentieren Fotos von sich, um Aufklärung zu betreiben.

Wie wichtig es für die Betroffenen ist, ihre Krankheit im Netz zu thematisieren, zeigt das Beispiel der Britin Alice Weekes. Die 18-jähre Engländerin leidet seit dem Teenageralter an einer extremen Form der Schuppenflechte. Lange hat Alice ihre Krankheit unter Bergen von Kleidung verborgen, um nicht den abschätzigen Reaktionen ihrer Mitmenschen ausgesetzt zu sein. Doch damit ist seit Kurzem Schluss. „Ich will mich nicht mehr verstecken“, erklärt Alice bei „Daily Mail Online“.

Sie zeigt mutige Bilder von sich auf Instagram, um ihr Selbstbewusstsein zu steigern und um anderen Mut zu machen, zu ihrer Krankheit zu stehen. „Ich möchte allen sagen: Ignoriere die Blicke und Sprüche, sei du selbst. Wach jeden Tag auf und sage dir, dass du schön bist, so wie du bist.“ Alice Weekes steht zu ihrer Krankheit – bei Instagram und im echten Leben. Damit geht es ihr viel besser.

Glücklich sein mit sich selbst

Auch für die US-Amerikanerin Leah Jorgensen (33) spielte vor allem Instagram eine wichtige Rolle, um sich selbst so akzeptieren zu können, wie sie ist. Sie leidet durch eine hormonelle Störung an dem polyzystischen Ovarialsyndrom – das heißt, ihr Körper produziert verstärkt männliche Sexualhormone, wodurch sie am ganzen Körper stark behaart ist. Ihr Leidensweg begann im zarten Alter von 14 Jahren… Sie wurde von Mitschülern gemobbt, traute sich nur in langärmligen Klamotten, hochgeschlossenen T-Shirts und langen Hosen unter Menschen.

Doch seitdem ist viel passiert. Inzwischen hat sich Jorgensen den Rasierer aus ihrem Leben verbannt. Nach einem Krankenhaus-Aufenthalt gestand sie sich – wie sie der britischen „Sun“ erzählte – ein: „Ich merkte, dass ich gar keine Probleme mit den Haaren hatte, nur damit, wie die Menschen drauf reagierten. Ich dachte: ,Genug ist genug, ich renne jetzt nicht mehr davor weg!'“ Auf ihrem Instagram-Account „Happy and hairy“ postet sie seitdem fleißig Fotos von sich in knappen Outfits.

Belle Lucia, Alice Weekes und Leah Jorgensen – die drei Instagrammerinnen sind nur drei Beispiele für Skin – und Bodypositivity im Internet. Sein wahres Ich zu zeigen und seine vermeintlichen Makel in den Vordergrund zu stellen, ist in einer Welt, in der Selbstinszenierung und Oberflächlichkeiten an der Tagesordnung sind, umso wichtiger geworden.

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