Shirin David: „Leute lieben es, dich einzuordnen!“

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Am 23. Februar steht eine wegweisende Bundestagswahl in Deutschland an, die viele als Schicksalswahl wahrnehmen. Unter den besorgten Stimmen ist auch die Musikerin Shirin David, die angesichts des erstarkenden Rechtsrucks im Land nicht zurückhaltend ist. Im Interview mit dem 'Stern' bringt die Rapperin, bekannt für ihren Hit 'Bauch, Beine, Po', klipp und klar zum Ausdruck, was sie denkt: "Ich kotze".
Shirin David gegen die AfD
Shirin David steht entschieden auf der Seite des Widerstands: "Ich bin 100 Prozent gegen die AfD", betont sie emphatisch. Sie setzt sich nicht nur als Künstlerin für Feminismus, Selbstbestimmung und Demokratie ein, sondern macht auch klar, dass sie sich mehr Frauen in Machtpositionen wünscht. Für sie zählen dabei vor allem die Fähigkeiten und nicht das Geschlecht: "Ich bin nicht dafür, Jobs auf Biegen und Brechen mit Frauen zu besetzen. Aber die kompetentesten Menschen, mit denen ich arbeite, sind Frauen." In dem Gespräch ist die Musikerin offen und ehrlich, was ihre Ansichten angeht.
Shirin David spricht auch über ihre Bisexualität und wie wichtig es ist, sich selbst treu zu bleiben. "Leute hassen es, wenn sie dich nicht einordnen können. Aber für mich ist es etwas ganz Natürliches, mich zu Männern und Frauen hingezogen zu fühlen." Es gibt einen Zwiespalt: Einerseits möchte sie nicht ständig über ihre Sexualität reden, andererseits weiß sie um die Bedeutung von Sichtbarkeit: "In der Kunst ist es leichter. Da kannst du dich viel mehr ausleben und freier darüber sprechen." Ihre Botschaft ist klar: "Wie ich immer sage: Meine Fans sind die Girls und die Gays."
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