Guillermo del Toro: KI bedroht die Kunst des Filmemachens

Guillermo del Toro – May 2026 – Getty Images – BFI In Conversation Event
Guillermo del Toro sieht in der Entwicklung der künstlichen Intelligenz eine ernsthafte Bedrohung für die Filmbranche. In einer eindringlichen Rede bei einer Veranstaltung von BFI America, die am Montagabend des 15. Juni stattfand, warnte der Regisseur davor, dass KI die menschliche Fähigkeit gefährden könnte, Filme und Bilder bewusst zu verstehen und einzuordnen. Del Toro meinte: „Wir stehen am Rande des bildlichen und filmischen Analphabetismus.“
Der Kampf gegen „natürliche Dummheit“
Der 61-jährige Filmemacher, bekannt für Werke wie ‚The Shape of Water‘ und ‚Pinocchio‘, bezeichnet KI als eine Form von „natürlicher Dummheit“ und zeigte sich besorgt über ihren Einfluss auf den kreativen Prozess. Seiner Meinung nach ist der Pakt zwischen Mensch und Bild heilig, aber derzeit in Gefahr. „Uns wird erzählt, dass Bilder künstlich erzeugt werden können. Ein Bild existiert nicht nur, um da zu sein. Es soll uns verbinden und uns Schönheit erleben lassen,“ sagte er leidenschaftlich.
Del Toro, der mexikanische Regisseur, sieht sich nun in einer Phase seines Lebens, in der er zurückgeben möchte. Dazu arbeitet er mit Organisationen wie dem BFI zusammen, um Kurse über legendäre Filmemacher wie Alfred Hitchcock anzubieten. „Wir sind keine Torwächter. Wir sind Torhüter, damit mehr Menschen in die Kirche des Kinos hinein- und wieder hinausgehen können. Bilder haben mir in meinem Leben schon oft geholfen,“ erklärte er. Seine Abneigung gegenüber KI ist nicht neu; bereits letztes Jahr äußerte Del Toro, dass er „lieber sterben“ würde, als die Technologie in seinen Filmen einzusetzen.





