Mick Jagger: Ruhm hinterlässt ‚dauerhafte‘ psychische Spuren

Mick Jagger - Houston

Foto (c) Bang Showbiz // Mick Jagger – Houston

Mick Jagger hat offen über die psychischen Folgen seines Ruhms gesprochen.
Der Rolling Stones-Frontmann enthüllte, dass ihn Jahrzehnte auf den größten Bühnen der Welt mit Dissoziation, einem übersteigerten Ego und langanhaltenden emotionalen Belastungen konfrontiert hätten. Der Ruhm habe sein Verhalten und sein Selbstbild auf eine Weise geprägt, die die meisten Menschen nie erleben würden. Im Gespräch mit der ‚New York Times‘ sagte er: „Natürlich ist das nicht normal. Es ist nicht wie das Leben der meisten Menschen. Es beeinflusst einen. Man kann sich von anderen Menschen entfremden.“

Der 82-Jährige erklärte, dieser außergewöhnliche Lebensstil führe dazu, dass zahlreiche Künstler irgendwann in einer Art Blase des Showgeschäfts lebten, da „viele Menschen im Showbusiness nur mit anderen Menschen aus dem Showbusiness Zeit verbringen, weil sie etwas gemeinsam haben … und dadurch entfernt man sich von dem, was viele als ‚echtes Leben‘ bezeichnen würden.“ Auf die Frage, wie er versuche, geerdet zu bleiben, antwortete Mick, die Lösung sei überraschend einfach. „Man geht allein auf die Straße, macht ganz normale Dinge und kauft sich die ‚New York Times'“, schilderte er.

Doch selbst das verschaffe nur kurze Erleichterung. „Trotzdem ist das nur vorübergehend, weil der eigentliche psychische Zustand dauerhaft geschädigt ist“, sagte der Musiker. Besonders die Zeit zwischen Anfang 20 und Anfang 30 sei für aufstrebende Stars äußerst schwierig. „Für Menschen in diesem Geschäft ist das eine sehr harte Zeit, weil es ein riesiger Ego-Trip ist – und man braucht ein enormes Ego, um das zu machen“, erläuterte er. Wer kein ausgeprägtes Ego habe, gerate häufig in Schwierigkeiten. Laut dem ‚Satisfaction‘-Künstler müsse man dann „eine völlig andere Persönlichkeit erschaffen“.

Auch er selbst habe eine Bühnenfigur kreiert, die nicht seinem wahren Ich entspreche. „Natürlich bin ich im echten Leben nicht wie meine Bühnenfigur … Sie ist eine stark überzeichnete Version von mir. Diese dominante, laute, egozentrische Person – so bin ich eigentlich nicht“, erklärte Mick.

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