Hannes Jaenicke kämpft weiter gegen die Klimakrise

Hannes Jaenicke – April 2013
Hannes Jaenicke warnt seit Jahren vor den Folgen der Erderwärmung.
Als Schauspieler und engagierter Umweltaktivist erreicht er ein großes Publikum. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse wächst bei dem 66-Jährigen allerdings die Sorge, dass politische Konsequenzen ausbleiben. Besonders die aktuellen Waldbrände in Deutschland und Belgien machen die Dringlichkeit für ihn deutlich. Im Hürtgenwald kämpften Einsatzkräfte zuletzt über Tage gegen die Flammen. Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1991 war in Nordrhein-Westfalen eine vergleichbar große Fläche von einem Waldbrand betroffen. Auch das belgische Naturschutzgebiet Hohes Venn, unweit der deutschen Grenze bei Aachen, wurde von schweren Bränden bedroht. Für Jaenicke sind solche Ereignisse keine überraschenden Ausnahmen. Die Folgen der Klimakrise erlebt er nach eigenen Angaben auch persönlich auf seinem Grundstück in Oberbayern, einer Region, die zunehmend unter Trockenheit leidet. Sein eigenes Verhalten habe er deshalb längst verändert.
Im Gespräch mit ’t-online’ kritisierte der Umweltaktivist vor allem den Umgang der Politik mit der Klimakrise. Obwohl Europa mit Hitze, Dürre und Bränden konfrontiert sei, spiele das Thema aus seiner Sicht eine zu geringe Rolle. „Wir sind einfach gut im Verdrängen“, sagte Jaenicke. Als Beispiel nannte er die Flutkatastrophe im Ahrtal, die erst fünf Jahre zurückliegt. Trotzdem sei das Ereignis aus der öffentlichen Debatte weitgehend verschwunden.
Besonders kritisch sieht Jaenicke die politische Entwicklung der vergangenen Jahre. Er ist überzeugt, dass die Klimakrise das wichtigste Thema sei, mit dem sich die Gesellschaft beschäftigen müsse. Doch Veränderungen seien unbequem: „Denn dann müssten wir tatsächlich etwas verändern. Und das will offensichtlich niemand.“ Auch die politische Auseinandersetzung mit den Grünen bewertet der Schauspieler kritisch. Auf die Frage, ob die Partei selbst Fehler gemacht habe, antwortete er allerdings eindeutig: „Natürlich haben die Grünen Fehler gemacht. Es gibt keinen Menschen und keine Partei, die keine Fehler macht.“
Dennoch hält Jaenicke deren Kernthemen für unverzichtbar. Dazu zählt er unter anderem weniger Fleischkonsum, eine Einschränkung der Massentierhaltung und eine stärkere Entsiegelung von Flächen. „Die Liste ist endlos“, erklärte er. Dass Klimaschutz politisch an Bedeutung verloren habe, führt Jaenicke auch auf eine erfolgreiche Kampagne gegen die Grünen zurück. Das sogenannte „Grünen-Bashing“ sei nachweislich untersucht worden. Für ihn steht deshalb fest: „Die einzige Partei, die das tatsächlich auf der Agenda hat, sind die Grünen.“ Seine Warnungen vor der Klimakrise dürften damit auch künftig nicht verstummen.





