Mario Adorf ist tot: So dachte der letzte deutsche Weltstar über das Sterben

Mario Adorf - Famous

Foto (c) Bang Showbiz // Mario Adorf – Famous

Der deutsche Film verliert einen seiner größten Namen: Mario Adorf ist tot.
Der Schauspieler, der Generationen von Zuschauern prägte, starb im Alter von 95 Jahren nach kurzer Krankheit in seiner Wohnung in Paris – und hinterlässt ein Lebenswerk, das weit über Deutschland hinausstrahlt. Ob als Schurke, Patriarch oder feinsinniger Charakterdarsteller: Adorf war immer mehr als nur Schauspieler – er war ein Ereignis.

„Mit seiner Schauspielkunst hat er die Welt zum Erschaudern, Nachdenken, zum Lachen und Weinen gebracht“, erklärte sein Manager Michael Stark laut der Zeitung ‚Bild‘. Besonders seine Fähigkeit, selbst düstere Figuren menschlich wirken zu lassen, machte ihn einzigartig: „Seine Kunst war es, Schurken, Mafiosi und hinterhältige Patriarchen so menschlich darzustellen, dass das Publikum sich oft auf die Seite des ‚Bösen‘ schlug.“

Geboren 1930 in Zürich, aufgewachsen in Mayen, begann Adorfs Karriere auf der Theaterbühne, bevor ihm 1957 mit dem Film ‚Nachts, wenn der Teufel kam‘ der Durchbruch gelang. Es folgten über 200 Rollen in Film und Fernsehen – darunter Klassiker wie ‚Die Blechtrommel‘, ‚Lola‘ oder die Kultserie ‚Kir Royal‘. Auch international war Adorf gefragt, arbeitete mit Größen wie Billy Wilder, Rainer Werner Fassbinder und Volker Schlöndorff. Trotz dieser Karriere wollte er sich selbst nie als Weltstar sehen. „Weltstars – das sind die Amerikaner“, sagte er einmal der Zeitschrift ‚Hörzu‘. Doch sein Lebenslauf erzählt eine andere Geschichte: Drehs in Italien, Frankreich und Deutschland, Rollen neben Sophia Loren oder Marcello Mastroianni: Adorf war längst ein europäischer Weltstar.

Auch über das Sterben sprach Adorf offen und oft schonungslos ehrlich. „Ich glaube, dass wir einfach weg sind“, sagte er im Interview mit ‚Focus‘. Für ihn zählte nur das Hier und Jetzt: „Das Diesseits ist für mich das Einzige, was zählt.“ Den Tod sah er als natürliche Grenze: „Das Leben ist gelebt. Die Musik hat hier gespielt, und sie wird hier aufhören.“ Und trotz aller Reflexion blieb er sich treu: „Ich bereue nichts, was ich getan habe.“

Mario Adorf hinterlässt seine Ehefrau Monique und Tochter Stella – und ein filmisches Vermächtnis, das unvergessen bleibt.

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