Juliette Binoche kritisiert Koordination von Intimität am Set

Juliette Binoche – May 2024 – Avalon – Cannes Film Festival
Juliette Binoche hat eine klare Meinung zum Einsatz von Intimitätskoordinatoren bei Dreharbeiten: Ihrer Ansicht nach kann das zu einer „schlechten Situation“ führen, weil Schauspieler ohne wirkliche Emotionen agieren. Die 62-Jährige versteht zwar, warum solche Experten für den Schutz der Darsteller wichtig sind, doch für authentische Liebesszenen, meint sie, müsse man manchmal seine Komfortzone verlassen.
Authentizität vor Choreographie
Im Gespräch mit ‚The Guardian‘ äußerte Binoche, dass es nicht genügt, einfach jemanden für intime Szenen zu koordinieren. „In einer Liebesszene muss es aus dem Herzen kommen“, betonte sie. Die Schauspielerin ist überzeugt, dass wahre Emotionen entscheidend sind, um Berührungsängste zu überwinden. Fehlt der emotionale Bezug, wird die Szene schnell steif und unnatürlich, so Binoche weiter. Ihre Erfahrungen in der Filmbranche lehren, dass das echte Leben in solchen Momenten nicht ausgespart werden darf.
Die bekannte Schauspielerin aus ‚Chocolat – Ein kleiner Biss genügt‘ gab auch zu, dass Nacktszenen immer eine Herausforderung darstellen. Hier sei es wichtig, den Grund für die Szene nicht aus den Augen zu verlieren, um nicht verunsichert zu werden. Vertrauen in den Regisseur sei dabei entscheidend. So lernte Binoche etwa auf die harte Tour, als ihre Absprachen mit André Téchiné, dem Regisseur von ‚Alice und Martin‘, gebrochen wurden. Dieses Erlebnis führte dazu, dass sie bestimmte Filmszenen entfernen ließ und künftig nicht mehr mit ihm zusammenarbeitete. In einem weiteren Teil des Interviews erklärte die ‚The Staircase‘-Darstellerin, sie mache sich keine Sorgen über die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Filmindustrie.




