Anne Wünsche sagt ihre Dating-Show ab: "Ich möchte niemanden verarschen"
Über 500 Männer hatten sich für das Format beworben, kein einziger überzeugte das Team — jetzt läuft ihre Suche wieder über eine Dating-App.
Im August rief Anne Wünsche Männer dazu auf, sich für ihr Dating-Format „Anne sucht Mann“ zu bewerben. Über 500 folgten dem Aufruf. Jetzt sagt sie das Format ab, bevor es überhaupt gestartet ist: Nach Durchsicht aller Bewerbungen war nach Angaben ihres Teams kein einziger passender Kandidat dabei.
Im Interview erklärt Anne Wünsche, warum sie sich gemeinsam mit ihrem Team dagegen entschieden hat und wie ihre Partnersuche weitergeht:
Anne, du hast im August Männer dazu aufgerufen, sich für das Format „Anne sucht Mann“ zu bewerben, nun sagst du das Format überraschend ab. Warum?
Ja, wir hatten ziemlich viele Bewerbungen, man könnte also meinen, dass es richtig gut lief. Mein Team hat mir aber mitgeteilt, dass nach Durchsicht aller Bewerbungen kein einziger passender Kandidat dabei war. Wir könnten die Show jetzt trotzdem machen und einfach als reine Marketing-Aktion nutzen, aber ich möchte niemanden verarschen. Deshalb sagen wir das Ganze ab.
Wie viele Männer haben sich denn insgesamt beworben?
Ich glaube, es waren knapp 550. Sicherlich wären es noch mehr geworden, aber TikTok hat immer wieder die Verlinkung zur Landingpage und auch die Videos gesperrt. Dadurch war die Promo etwas schwieriger als geplant.
Und es gab wirklich keinen Einzigen, der gepasst hätte?
Ich bin die Bewerbungen selbst nicht durchgegangen und verlasse mich da ganz auf mein Team. Ich vertraue ihnen aber vollkommen, da sie mich und meine Ansprüche an einen Partner sehr gut kennen.
Wie hast du auf die Nachricht deiner Assistentin und deines Bruders reagiert? Warst du sehr enttäuscht?
Ja, anfangs war ich sehr enttäuscht. Aber ich vermute wirklich, dass die TikTok-Einschränkungen alles zu sehr erschwert haben.

Was sagst du den über 500 Männern, die sich beworben haben und jetzt eine Absage bekommen?
Es tut mir wirklich leid, so vielen Männern einen Korb geben zu müssen. Ich hoffe natürlich, dass sie bald ihre Mrs. Right treffen.
Wie geht deine Partnersuche weiter – eher klassisch, privat, oder doch wieder öffentlich?
Ich wurde vor Kurzem auch auf Tinder komplett gesperrt, gefühlt werde ich mittlerweile auf jeder Plattform gecancelt (lacht). Aber mal sehen: Ich habe mir jetzt ein Profil auf Hinge angelegt, und es gibt da tatsächlich jemanden, der mir vom Schreibstil her ganz gut gefällt. Ob daraus etwas Ernstes wird oder es bei ein paar Dates bleibt, wird die Zeit zeigen.
Was Bruder und Assistentin zur Absage sagen
Die Vorauswahl der Bewerbungen hatten Annes Assistentin und ihr Bruder Steve übernommen. Beide geben Einblick in den Auswahlprozess:
- Steve, ihr Bruder. „Viele haben sich einfach keine Gedanken gemacht. Es fühlte sich oft an, als hätten sie auf gut Glück geschrieben, nach dem Motto ‚liest ja eh keiner‘. Bei keinem hatte ich das Gefühl, dass er die erste Runde durchstehen würde. Vielleicht muss der perfekte Mann für Anne auch erst noch erfunden werden.“ Einige Bewerber hätten zudem versucht, sich per privater DM vorzudrängeln, auch die Warnung vor unaufgeforderten Nacktbildern sei nicht bei allen angekommen. Sein Tipp an die Männerwelt: ein aussagekräftiges Foto ohne fragwürdigen Hintergrund sowie ein Bewerbungstext, der zwischen einer Zeile und einem Roman liegt.
- Annes Assistentin. „Viele waren deutlich älter als gesucht, teilweise nicht besonders gepflegt, und bei manchen hätte ich mir gewünscht, dass sie vor dem Abschicken einmal die Rechtschreibprüfung bemühen. Wenn schon die Bewerbung keinen guten ersten Eindruck macht, wird es beim Date wahrscheinlich nicht besser.“ Ihr Rat an alle Bewerber: selbstbewusst, aber authentisch auftreten, auf ein gepflegtes Erscheinungsbild und vernünftige Kommunikation achten und die eigene Nachricht vor dem Absenden noch einmal durchlesen — denn für den ersten Eindruck gebe es bekanntlich keine zweite Chance.