„Mein Nervensystem passt nicht ins Büro“

Foto: Mika Nox

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Viele Karrieren scheitern leise. Nicht an fehlender Qualifikation, nicht an mangelndem Einsatz – sondern an Arbeitsstrukturen, die nur für einen engen Typ Mensch entworfen sind. Die Creatorin Mika Nox macht diese Erfahrung erstmals öffentlich zum Thema. Ihre These ist so nüchtern wie unbequem: Wer mit einem anderen Nervensystem arbeitet, gerät in klassischen Büro- und Konzernmodellen dauerhaft unter Druck – unabhängig von Leistung oder Motivation.

Funktionierend nach außen, erschöpft nach innen

Mika Nox ging den erwartbaren Weg: Studium, Bürojob, Konzernstrukturen. Nach außen galt sie als belastbar, angepasst, leistungsfähig. Innerlich jedoch sammelte sich Erschöpfung an, die sich nicht erklären ließ. Erst spät wurde für sie greifbar, dass das Problem nicht Disziplin oder Resilienz war, sondern ein Arbeitsumfeld, das auf permanente Verfügbarkeit, soziale Erwartungsdichte und starre Zeitlogiken setzt.

Heute lebt Nox mit AuDHS – einer Kombination aus ADHS und Autismus. Sie beschreibt diese Ausprägung nicht als Störung, sondern als anderes „Betriebssystem“. In einer Arbeitswelt, die auf ein einziges Modell normiert ist, führt diese Abweichung zu Dauerstress: Reizüberflutung, soziale Codes, Präsenzpflicht. Belastungen, die von außen unsichtbar bleiben und deshalb oft individualisiert werden.

Produktivität jenseits der Dauerverfügbarkeit

Foto: Mika Nox
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Der Bruch kam mit dem Wechsel in die Selbständigkeit der Creator-Ökonomie. Dort, so Nox, wurde produktives Arbeiten erstmals möglich: konzentrierte Fokusphasen statt permanenter Erreichbarkeit, Selbstregulation statt Fremdsteuerung. Leistung entsteht nicht trotz, sondern wegen angepasster Rahmenbedingungen. Die Beobachtung widerspricht der verbreiteten Annahme, Flexibilität sei ein Lifestyle-Privileg – sie ist für viele eine Voraussetzung, um überhaupt leistungsfähig zu sein.

Eine Debatte, die größer ist als ein Einzelfall

Die persönliche Erfahrung trifft auf eine gesellschaftliche Lage, die ähnliche Symptome zeigt: steigende Burnout-Zahlen, Fachkräftemangel, Diskussionen über Vier-Tage-Woche und flexible Arbeitszeiten. Nox’ Perspektive verschiebt den Fokus von individueller Belastbarkeit hin zur Systemfrage. Müssen Menschen sich an Arbeit anpassen – oder Arbeit an unterschiedliche Menschen?

Auffällig ist der Ton, in dem sie diese Frage stellt. Ohne Skandalisierung, ohne Pathos, ohne therapeutische Selbstinszenierung. Neurodiversität erscheint nicht als Randphänomen, sondern als Realität einer wachsenden Gruppe, deren Potenzial in klassischen Strukturen oft ungenutzt bleibt.

Sichtbarkeit statt Anpassungsappell

„Ich bin nicht am Job gescheitert – sondern an Strukturen, die für mein Nervensystem nicht gebaut waren“, sagt Nox. Der Satz zielt weniger auf individuelle Rechtfertigung als auf strukturelle Konsequenzen. Wenn Arbeitsmodelle Vielfalt ernst nehmen sollen, reicht es nicht, über Benefits zu sprechen. Dann geht es um Zeitmodelle, Reizumgebungen, Erwartungslogiken – und um die Frage, für wen Arbeit eigentlich gemacht ist.

Mika Nox macht diese Debatte sichtbar, ohne sie zu vereinfachen. Nicht als Aktivismus, sondern als Befund aus der Praxis einer Arbeitswelt im Wandel. Weitere Einblicke teilt sie über ihre Kanäle, unter anderem auf Instagram: https://www.instagram.com/mika.nox.live

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