Vom Burn-out in die Cam: Ronya Rabe sortiert ihre Karriere neu

Foto: Cute and Dangerous (honorarfrei)
Der Einstieg von Ronya Rabe in die Erotikbranche war kein Karriereplan, sondern die Folge eines Bruchs. Die 1993 geborene Magdeburgerin hatte einen festen Job und eine stabile Beziehung, bis gesundheitliche Gründe alles veränderten. „Ich hatte einen Burn-out und konnte nicht mehr in meinem alten Job weiterarbeiten“, sagt Rabe rückblickend. Kurz darauf zerbrach auch ihre Beziehung. „Mein Ex hat mich mit einer Jüngeren betrogen, und ich habe ihn rausgeschmissen.“
Vom Privaten zum Geschäftsmodell
Was zunächst privat blieb, entwickelte sich erst später zur Einnahmequelle. Mit einem Freund entstanden erste Videos – ohne Veröffentlichungsabsicht. „Nicht fürs Netz, sondern einfach für uns“, beschreibt Rabe diese Phase. „Erst später hatte ich daraus die Idee, doch damit mein Geld zu verdienen, weil es mir wirklich Spaß machte.“
Der Schritt in die Öffentlichkeit erfolgte schnell, der Überblick ging dabei verloren.
Viele Portale, wenig Struktur
Der frühe Erfolg hatte eine Kehrseite. Rabe spricht von einem Markt, der für Einsteiger schwer zu durchschauen ist. „Auch wenn ich mich dem Sex voller Leidenschaft hingab, so gab es ausreichend Fallstricke und Personen, die immer mitverdienen wollten, ohne dafür eine klare Leistung zu bringen“, sagt sie. Die Vielzahl an Plattformen führte nicht zu Wachstum, sondern zu Überforderung. „Nachdem Unmengen von Portalen alles unübersichtlich werden ließen und keine Steigerungen sichtbar wurden, stellte sich die Frage: Mach ich weiter oder geh ich wieder arbeiten?“
Professionalisierung als nächster Schritt

Die entscheidende Wende kam mit einer strategischen Reduktion. Fast alle Portale wurden abgemeldet, der Fokus liegt nun auf mydirtyhobby als zentraler Basis. Ziel ist es, Reichweite nicht mehr zu streuen, sondern zu bündeln. Parallel begann Rabe mit professionellen Produktionen – ein klarer Schritt weg vom improvisierten Einstieg.
Die erste DVD ist angekündigt, öffentliche Termine stehen fest. Für Rabe ist das mehr als ein weiteres Projekt. Es markiert den Übergang von der orientierungslosen Anfangsphase zu einer kontrollierten, planbaren Präsenz. Die Branche bleibt fordernd, doch der Umgang mit ihr hat sich verändert.
Persönliche Entwicklung im Vordergrund
Rabe beschreibt ihre Entwicklung auch als persönlichen Prozess. Der Einstieg in die Erotikbranche habe ihr geholfen, Selbstbewusstsein zu gewinnen und das eigene Leben neu zu ordnen. Schüchtern sei sie nicht mehr – und vor allem nicht mehr getrieben von der Notwendigkeit, überall gleichzeitig präsent zu sein.
Der Fall Ronya Rabe zeigt exemplarisch, wie schnell ein ungeplanter Einstieg in Überforderung münden kann – und wie entscheidend Struktur und Fokus für langfristige Stabilität sind.





