Alphaville sagen "Glücksgefühle"-Auftritt trotz Entschuldigung ab

Markus Krampe hatte sich für die Ausladung von Alphaville entschuldigt und die Band zurück zum "Glücksgefühle"-Festival eingeladen. Marian Gold und seine Kollegen lehnen ab. Für die Gage des ausgefallenen Auftritts haben sie bereits eine Verwendung gefunden.

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Marian Gold verzichtet mit Alphaville auf einen Auftritt beim "Glücksgefühle"-Festival.
Marian Gold verzichtet mit Alphaville auf einen Auftritt beim "Glücksgefühle"-Festival. Foto: Imago images/Panama Pictures / Christoph Hardt

Alphaville werden nicht beim "Glücksgefühle"-Festival auftreten. Die Band um Marian Gold (72) hat die Wiedereinladung von Veranstalter Markus Krampe (55) ausgeschlagen. Das teilte sie am Donnerstagabend über ihren Instagram-Kanal mit.

Entschuldigung und Einladung nehme man zur Kenntnis, heißt es in dem Beitrag. Verbunden ist das mit der Hoffnung, dass Krampe die Bedeutung von Rede- und Kunstfreiheit bei seinem Festival künftig gebührend respektiere. Für einen Auftritt reicht das der Band jedoch nicht.

"Von einem Auftritt absehen"

"Ungeachtet dessen haben die vorangegangenen Äußerungen eine Atmosphäre geschaffen, in der wir von einem Auftritt absehen", schreiben Gold und seine Kollegen. Die Gage für das nicht stattfindende Konzert will die Band nach eigenen Angaben an eine gemeinnützige Organisation spenden. Welche das ist, teilte sie nicht mit.

Unterschrieben ist die Erklärung mit "Marian Gold & Alphaville". Unter den Kommentaren fand sich viel Zuspruch aus der Musikbranche für die Entscheidung.

Veranstalter hatte eingelenkt

Vorausgegangen war ein Rückzieher des Veranstalters. Am Donnerstagnachmittag hatte Krampe der "Bild" gesagt: "Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler. Das tut mir leid." Die Meinungsfreiheit sei das höchste Gut in Deutschland und müsse geschützt werden.

Zugleich hatte er Alphaville wieder eingeladen und betont, das sei kein Zeichen des Nachgebens, sondern eine bewusste Entscheidung für das Verbindende. Sein Festival, das er gemeinsam mit Lukas Podolski (41) veranstaltet, sei kein politischer Ort. Noch am Mittwoch hatte er das Verhalten der Band als inakzeptabel bezeichnet.

Am Anfang stand ein Streit über politische Ansagen von der Bühne. Beim Festival "Die 80er live" in Hamburg hatte sich Marian Gold im Juli unter anderem deutlich gegen die AfD positioniert. Krampe machte anschließend deutlich, dass er solche politischen Aussagen bei seinen Veranstaltungen nicht wünsche. Vor dem geplanten Auftritt am Hockenheimring erinnerte der Veranstalter erneut an diese Vorgabe. Darauf ließ sich die Band nicht ein.

Zwei Tage vor dem geplanten Termin wurde der Auftritt gestrichen. Aus dem Absageschreiben zitierte Gold in seinem ersten Statement wörtlich. Demnach dulde der Veranstalter "keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art" auf der Bühne.

Gold sprach von einem "Maulkorberlass"

Die Begründung verglich der Sänger mit einem "Maulkorberlass", wie man ihn aus Diktaturen kenne. Eine solche Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit auf einem der größten deutschen Popfestivals empfinde die Band als untragbar und erschütternd. Die Ausladung nannte er einen "feindseligen und vollkommen unnötigen Akt".

Gespielt hätte Alphaville am Freitag, 4. September. Das "Glücksgefühle"-Festival läuft seit dem 3. September und endet am 6. September.

(jom/spot)