Andrea Kiewel

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Andrea Kiewel über 'Fernsehgarten'-Kontroverse: Niemand zwang sie zum Gendern

"Nicht das Gesicht verziehen, ich muss", sagte Andrea Kiewel (57) am Sonntag (14. August) im 'ZDF Fernsehgarten', als sie von "Singer- und Songwriter*innen" sprach. Daraufhin explodierte eine Debatte ums Gendern im TV. Denn während viele anerkennen, dass Inklusion schon im Sprachgebrauch anfängt, sehen andere in der kurzen Pause im Redefluss den Untergang der deutschen Sprache.

"Weil es mir sehr wichtig ist"

Was die Gemüter besonders erhitzte, war die vermeintliche Andeutung, dass ihr Arbeitgeber die Moderatorin gezwungen habe, zu gendern. Doch das ist nicht der Fall, wie 'Bild' jetzt berichtet. Das Blatt hatte beim ZDF nachgefragt und dort die Antwort erhalten: "Es gibt keine Anweisung zum Gendern im 'ZDF-Fernsehgarten'. Andrea Kiewel ist es ein persönliches Anliegen, alle anzusprechen, daher verwendete sie die Formulierung 'Singer- und Songwriter*innen' im Zusammenhang mit 'muss'." Und tatsächlich hat der TV-Star dies mittlerweile auch bestätigt. "Niemand, nicht das ZDF und sonst auch niemand, sagt mir, dass ich gendern muss. Ich benutze den männlichen und weiblichen Plural schon seit langer Zeit, weil ich es unbedingt will und es mir sehr wichtig ist", stellte die Moderatorin klar.

Andrea Kiewel gendert aus Überzeugung

Andrea Kiewel fuhr fort: "Es liegt mir am Herzen. Und so meinte ich es auch in der Live-Sendung. Kann schon mal vorkommen, dass in einer zweistündigen Live-Sendung nicht jedes Wort maßgeschneidert passt. Aber es ist so. Ich will es. Ich muss es nicht." Was sie sagt oder schreibt, käme aus tiefster Überzeugung. "So bin ich. Eine Frau, der das -innen am Herzen liegt." Dennoch hält sie nichts von Gender-Zwang: "Jeder soll es so machen, wie er oder sie es für richtig hält."

Erst vor wenigen Tagen hatte Anke Engelke sich im Gespräch mit 't-online' über die Wut beklagt, mit der die Gender-Debatte geführt wird. "Ich verstehe, wenn Leute sagen: 'Das mit dem Gendern mache ich nicht mit, ist mir zu doof.' Was ich nicht verstehe, ist der Zorn in der Diskussion", so die Komikerin. Die Reaktion auf Andrea Kiewels Moderation zeigt, dass uns die Debatte wohl noch eine ganze Weile beschäftigen wird.

Bild: Britta Pedersen/picture-alliance/Cover Images