Anne Will offenbart: Vor ihrer Talkshow fühlte sie sich oft "traurig und verloren"

Anne Will

picture alliance/dpa | Focke Strangmann

Ihr Name war Programm: 16 Jahre lang führte Anne Will (58) durch die nach ihr benannte Polit-Talkshow und fühlte dabei der Nation auf den Nerv. Die Zuschauer*innen erlebten sie dabei nie anders als souverän, aber in ihr sah es oft auch anders aus, wie sie jetzt berichtete.

Unsicherheit vor jeder Talkshow

In dem Podcast 'Sucht & Süchtig – Gedankenaustausch mit Anne Will' von John Cook und Hagen Decker erklärte die Moderatorin, dass sie sich vor der Ausstrahlung am Sonntag oft "traurig" und "verloren" fühlte; schon am Donnerstag ging es ihr bei der Vorbereitung der nächsten Sendung oft schlecht: "Ich habe mich unsicher gefühlt", erklärte sie. "Ich habe mich gefragt, ob ich nie wieder glücklich werde." Es dauerte eine ganze Weile, bis sie überhaupt analysieren konnte. Danach half ihr das "reflektierte Umgehen" dabei, mit ihrem Unbehagen fertigzuwerden.

Anne Will hat ein neues Medium für sich entdeckt

"Mit dem Hund raus, einkaufen gehen, irgendwas machen (…). Aufräumen mache ich gerne, weil ich dann gleich das Gefühl habe, ich bringe Ordnung in mein Leben" – so holte sich die Fernsehjournalistin selbst aus solchen Tiefs heraus. Akut halfen ihr auch spezielle Atemtechniken, und mit der Zeit gelang es ihr, ihre Resilienz zu stärken. Und nach der Ausstrahlung der letzten Talkshow am 3. Dezember 2023 konnte sie in '3 nach 9' mit Bestimmtheit sagen: "Ich vermisse gar nichts." Dabei hatte sie insgeheim Sorge gehabt: "Ich habe mich davor gefürchtet, in ein Loch zu fallen. Ich arbeite gerne, ich vertiefe mich gerne in Themen. Ich wollte auch weiter intellektuell herausgefordert sein", erklärte sie; der Podcast, an dem sie mittlerweile arbeitet, ist für sie zum Glück mehr als nur ein Ersatz: "Ich fühle mich wesentlich lebendiger und empfinde dieses Medium, das ich jetzt auch für mich neu erobere, als wahnsinnig schöne Form", schwärmte Anne Will, die ihren Talkshowplatz an Carmen Miosga abgab.

Bild: picture alliance/dpa | Focke Strangmann

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