Mehr Inklusion: Schauspieler Benjamin Piwko (42) möchte, dass im deutschen Fernsehen möglichst alle Lebensbedingungen abgebildet werden. Und dazu gehört eben auch die Welt von Gehörlosen.

"Menschen wie du und ich"

Der Hamburger verlor mit acht Monaten sein Gehör. In seiner Kindheit lernte er Lippen lesen. Die Gebärdensprache war bei ihm untersagt – ein großer Fehler, den er später nachgeholt hat. Dass er als Gehörloser eine Karriere in der Schauspielbranche machte, sei schön, aber er möchte, dass seine Behinderung als ganz normal dargestellt wird. "Es sollte Normalität werden von allen Menschen die Lebensbedingungen zu zeigen, auch von Gehörlosen", befand der Star im Gespräch mit 'Bild'. "Dies dann auch nicht in solch einem 'Mitleids'-Stil, nach dem Motto: 'Wir müssen jetzt alle für sie da sein, für diese armen, bemitleidenswerten Wesen!'" Wenn mehr Gehörlose oder Menschen mit Behinderung auf der Mattscheibe in normalen Lebenssituationen gezeigt werden, wäre dies gut für die Gesellschaft.

Benjamin Piwko möchte die Gebärdensprache populär machen

Und noch etwas liegt dem Vater einer Tochter auf der Seele: Jeder sollte die Grundzüge der Gebärdensprache in der Schule beigebracht kommen. Benjamin Piwko ist mit seiner Kollegin Felicitas Woll verheiratet und in der Familie unterhält man sich in Gebärdensprache, denn: "Hörende können Gebärdensprache lernen, aber wir Tauben können nicht hören lernen!" Für seine hörenden Mitmenschen hat er eine Anregung. "Ich wünsche mir, dass Hörende auch mal üben, eine leisere Welt zu gestalten", regte Benjamin Piwko gegenüber der 'Teleschau' an. "Vielleicht wäre das ein gutes Übungsfeld. Ich habe das Gefühl, dass durch den ganzen Lärm viele Menschen gestresst sind. Wenn wir die Welt leiser bekämen, würde das allen guttun." Keine schlechte Idee.

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