Es ist nie schön, seine schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit zu waschen, aber genau das passiert nun Ex-Tennisstar Boris Becker (54), der sich in London vor Gericht verantworten muss, weil es in seinem Insolvenzverfahren zu Ungereimtheiten kam.

"Alles wussten es"

Der vierfache Vater sagte in dem Prozess darüber aus, wie es für ihn war, als der 2017 Insolvenz anmelden musste und kurz danach für die BBC das Wimbledon-Turnier kommentierte. "Es war mir sehr peinlich", erklärte der Leimener laut der 'BBC'. "Es war in der ganzen Welt bekannt und ich ging durch die Tore von Wimbledon. Alle haben es gewusst. Es war mir peinlich, dass ich pleite war." Außerdem war es die Zeit, als er sich von Lilly Becker trennte. Dies sei auch stressig gewesen. Wo denn das ganze Geld, immerhin um die 45 Millionen Euro, geblieben wäre? Die Jury erfuhr, dass er Häuser für seine Eltern und für sich in bar bezahlt habe. Unter anderem ein Anwesen, das zum Höhepunkt des Immobilienrausches 50 Millionen Euro wert gewesen wäre und welches er dann aufgrund seiner bekanntwerdenden Insolvenz nur verlustbringend verkaufen konnte.

Boris Becker verdient nicht mehr genug

Boris Becker kann sein Geld nicht mehr auf dem Platz verdienen. Er muss es anderweitig tun, aber Werbedeals verschwinden, wenn man den Ruf hat, nicht mit Geld umgehen zu können. "Es ist sehr schwierig, wenn du bankrott erklärt wurdest und du ständig in den Schlagzeilen dafür bist und dann mit deinem Namen noch Geld zu verdienen", klagte der dreifache Wimbledonsieger vor Gericht. Das ist jetzt aber nur eine der Sorgen des ehemaligen Sportlers, denn das derzeitige Gerichtsverfahren könnte es noch viel schlimmer machen. In 24 Fällen wird ihm vorgeworfen, beim Insolvenzverfahren nicht ehrlich gewesen zu sein und Geld sowie Wertgegenstände gegenüber dem Insolvenzverwalter verheimlicht zu haben. Sollte die Jury ihn in allen Fällen für schuldig halten, drohen ihm bis zu sieben Jahren Haft. Boris Becker hat also allen Grund zu zittern.

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