Seit Montag (27. Juni) schlägt in Wimbledon wieder das Herz der Tenniswelt. Doch ein ehemaliger Champion sorgt für ebenso viel Gesprächsstoff wie die aktuellen Wettkämpfe. Die Abwesenheit von Boris Becker (54), der zurzeit in Großbritannien eine Haftstrafe wegen diverser Insolvenzvergehen absitzt, ist spürbar.

"Es bricht mir das Herz"

Drei Mal hatte der Deutsche das prestigeträchtigste Turnier gewonnen, sich anschließend als Kommentator für die BBC einen Namen gemacht. In England war 'Bobbele' bis zu seinem Prozess immer noch sehr beliebt, und in der Tenniswelt wird der Star vermisst — ganz besonders von Novak Djokovic (35). Der Serbe, der als einer der Favoriten auf den Titel gilt, wurde drei Jahre lang von Boris trainiert. Diese Woche hatte er Boris' Freundin Lilian de Carvalho Monteiro und seinen Sohn Noah (28) als Gäste in seiner Box auf dem Centre Court. Djokovic bestätigte auch in einer Pressekonferenz, dass Noah und sein Bruder Elias (22) ihren Vater im Gefängnis besuchen werden. Er habe zwar nicht direkt mit dem Häftling gesprochen, jedoch durch die Familie "mit ihm kommuniziert." "Wir sind auch nach Ende unserer professionellen Beziehung Freunde geblieben…Selbstverständlich bricht es mir das Herz, zu sehen, was geschehen ist."

Weggefährten vermissen Boris Becker

Er unterstütze Boris Beckers Familie, verriet Novak Djokovic weiter. "Ich sehe Boris wirklich als Familienmitglied, jemanden, den ich sehr schätze, respektiere und der mir etwas bedeutet. Wir haben gemeinsam eine Menge durchgemacht in den drei Jahren unserer Zusammenarbeit, doch unsere Beziehung geht noch weiter zurück als das."

Schon in der Woche vor dem Turnier hatte ein anderer ehemaliger Weggefährte Boris gepriesen. John McEnroe (63), der an der Seite des Leimeners für die BBC kommentierte, vermisst seinen Kollegen. "Ich fühle mich ganz schrecklich", so der Amerikaner, der wie Boris insgesamt drei Wimbledon-Titel holte. "Ich würde ihn gerne sehen, wenn ich es irgendwie einrichten kann, wenn er Leute sehen möchte und darf. Ich fühle mich einfach schrecklich!" Es dürfte immerhin ein kleiner Trost für Boris Becker sein, dass seine Kollegen nach wie vor so positiv über ihn sprechen.

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