Charles Spencer: So ist das Verhältnis zu den Neffen William und Harry
Wie nah steht Charles Spencer seinen Neffen William und Harry heute? Im US-Fernsehen gibt Dianas Bruder überraschend offene Antworten. Er spricht über einen Besuch im Sommer, Harrys Sorge vor seinem neuen Buch und eine Entscheidung nach Dianas Tod, die ihn bis heute belastet.
Charles Spencer (62) hat öffentlich beschrieben, welche Rolle er heute im Leben seiner Neffen Prinz William (44) und Prinz Harry (42) spielt. Er sei im Grunde immer "einfach nur ein Onkel" gewesen, sagte der Bruder der verstorbenen Prinzessin Diana am Montag in der CNN-Sendung "The Source with Kaitlan Collins". Das US-Magazin "People" berichtet über den Auftritt. Anlass war sein neues Buch "Swan Song: Diana, My Sister".
"Wenn man jemanden in der Familie verliert und diese Person Kinder hat, ist man eben für sie da", erklärte der 9. Earl Spencer. An der Beziehung zu den beiden habe sich über die Jahre wenig geändert.
Harry kam im Juli zu Besuch
Gleichzeitig macht sich Spencer nichts vor. "Aber ich bin sehr realistisch. Sie sind inzwischen Männer in ihren 40ern. Ich bin da, wenn man mich braucht." Dass Harry im Juli mit seiner Familie bei ihm gewohnt habe, sei ja öffentlich bekannt. "Wenn ich also gebraucht werde, bin ich da. Aber ich stehe niemandem im Weg."
Das Verhältnis der Brüder gilt seit Jahren als belastet. Beim Buch achtete Spencer deshalb offenbar penibel auf Gleichbehandlung. Nach der Fertigstellung habe er beide "exakt zur gleichen Zeit" darüber informiert, erzählte er "People" bereits in diesem Monat.
"Nichts Peinliches" über Harry
Harry habe damit überhaupt kein Problem, versicherte der Earl. Der Herzog von Sussex habe lediglich gehofft, dass nichts Peinliches über ihn drinstehe. "Ich sagte: 'Da ist nichts.'" Es sei nur natürlich, dass sich Menschen, die so im Rampenlicht stehen, Gedanken darüber machten, wie sie in einem Buch rüberkommen. Er habe beide beruhigen können: Sie kämen zwar vor, aber vor allem als zwei kleine Jungen, die eine außergewöhnliche Mutter hatten. Ihre Privatsphäre taste er in keiner Weise an.
Heikler ist ein anderes Kapitel. In "Swan Song" schildert Spencer, wie er sich gegen den Plan der Royals stemmte, William und Harry, damals 15 und 12 Jahre alt, beim öffentlichen Trauerzug für Diana durch die Straßen Londons mitgehen zu lassen. Darüber geriet er heftig mit dem damaligen Prinzen Charles aneinander.
Schuldgefühle wegen des Trauerzugs
Nachgegeben habe er erst, als es hieß, die Jungen hätten sich selbst dafür entschieden. "Ich weiß noch, wie ich sagte: 'Na gut, solange sie nicht dazu gedrängt wurden.' Natürlich hätten sie nicht mitgehen sollen. Niemand kann heute ernsthaft glauben, dass das richtig war."
Ob ihn Schuldgefühle plagen, weil er nicht mehr dagegen unternommen hat? "Ja, tatsächlich", räumte Spencer ein. Zum 20. Jahrestag, vor rund zehn Jahren, habe man ein wenig darüber gesprochen. "Aber ich glaube nicht, dass heute noch irgendjemand lebt, der das für eine gute Idee hält."
(stk/spot)