Dieter Bohlen: "Wenn du eine Firma so führst, wie Deutschland jetzt gerade geführt wird, gehst du pleite"

Dieter Bohlen

Henning Kaiser/picture-alliance/Cover Images

Dieter Bohlen (68) ist wieder da. Der Musiker und Produzent wird ab Sonnabend (14. Januar) zum allerletzten Mal am Jurypult von 'Deutschland sucht den Superstar' Platz nehmen, bevor die Sendung nach 20 Staffeln in den wohl verdienten Ruhestand geschickt wird.

Dieter Bohlens russische Seele

Zuvor motzt sich der der Pop-Titan aber schon einmal warm. In einem Interview mit dem 'Stern' ist er wieder ganz Bohlen: meinungsstark, kontrovers…und offenbar kein Fan komplexer politischer Analyse. So legt er in der Diskussion um den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine erneut nach, nachdem er schon im letzten Jahr für seine Ansichten scharf kritisiert wurde. Im August hatte er auf einem Kongress gejammert: "Wenn die diese Sanktionen nicht gemacht hätten und man hätte sich vernünftig an einen Tisch gesetzt, dann bräuchten die Leute diesen ganzen Firlefanz nicht machen. Jetzt müssen wir frieren, jetzt müssen wir dies und das. Das ist alles scheiße aus meiner Sicht." Im Interview räumte er zwar ein: "Ich finde extrem schlimm, was Putin macht. Ich finde diesen Krieg entsetzlich, und die furchtbaren Bilder aus der Ukraine machen mich und meine Familie tief traurig". Dennoch hält er die Maßnahmen des Westens für unangebracht: "Mit Gewalt, damit, immer noch mehr Panzer hinzuschicken, schafft man diesen Krieg nicht aus der Welt – nur das meinte ich, und nur das wollte ich sagen."

Klugschnacker schimpft über Klugschnacker

Realistische Lösungen hatte Dieter Bohlen indes auch nicht parat, verteidigt sich aber: "Meine Oma kommt aus Königsberg, das jetzt Kaliningrad heißt, und meine Mama kommt da auch her. Ich habe also das Russische ein bisschen in mir eingekreuzt, die Traurigkeit der russischen Seele, diese Melancholie auch." Generell klingt er politikmüde. Zu viele Minister*innen in Deutschland hätten keine Ahnung: "Ich wünsche mir zum Beispiel einen Wirtschaftsminister, der Ökonom ist oder zumindest einmal eine Führungsposition in einer Firma innehatte. Stattdessen haben wir Klugschnacker, und die sagen uns, was wir machen müssen." Wären andere Entscheidungen gefallen, so der Pop-Titan, müsste heute niemand den Gürtel enger schnallen. "Wenn du eine Firma so führst, wie Deutschland jetzt gerade geführt wird, gehst du pleite", schimpft Dieter Bohlen.

Bild: Henning Kaiser/picture-alliance/Cover Images

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