Edward Berger im Oscar-Glück: ‘Im Westen nichts Neues’-Regisseur hat noch viel vor

Edward Berger

Malte Ossowski/SVEN SIMON/picture-alliance/Cover Images

Edward Berger (53) hat allen Grund zum Feiern: Mit dem deutschen Oscar-Beitrag ‘Im Westen nichts Neues’ räumte er vier Auszeichnungen ab – Oscars für den besten internationalen Film, die beste Kamera, die beste Filmmusik und das beste Produktionsdesign. Der Regisseur kann zu Recht stolz auf sein Werk sein und lief mit dem Oscar in der Hand von Party zu Party.

Edward Berger genießt den Erfolg – und will mehr

“Er fasst sich so gut an. Es ist ein verdammt gutes Gefühl, damit herumzulaufen, und jeder freut sich für einen mit. Vor allem: Man kommt damit auf jede Party”, schwärmte Berger im ‘ZEIT’-Interview in Hollywood. Auf die Frage, ob er sich entspannt zurückgelehnt habe, als nach dem Award für den besten internationalen Film nicht auch noch den Oscar für den besten Film erhielt, antwortete er voller Energie: “Eher im Gegenteil – wir haben jetzt ein Ziel: Den möchte ich haben. Es wäre doch blöd, wenn wir schon alles erreicht hätten.” Der gebürtige Wolfsburger, der zuvor mit Filmen wie ‘Jack’ und Serien wie ‘Deutschland 83’ und ‘Patrick Melrose’ auf sich aufmerksam gemacht hat, nimmt nun konsequent Hollywood ins Visier: “Ich würde hier gerne ein paar Schauspieler treffen. Timothée Chalamet. Margot Robbie.“ Denn: “Für einen kurzen Moment kann ich mir aussuchen, welchen Film ich als Nächstes machen möchte.“ Die internationale Perspektive ist vielleicht kein Fehler – schließlich rümpft das deutsche Publikum über deutsche Erfolge allzu oft die Nase. Auch Berger findet, dass Erfolg und Ambitionen in Deutschland für manche Schimpfworte seien. Zudem reize ihn die angelsächsische Art zu erzählen, die sich stärker an der Dramaturgie orientiere.

Der deutsche Film braucht mehr Selbstbewusstsein

In Deutschland hingegen fehle oft am nötigen Selbstbewusstsein, sagte er dem 'RedaktionsNetzwerk Deutschland': ”Ich ertappe mich immer wieder, dass ich im Vergleich mit anderen Ländern denke: Mensch, die können das besser. Die haben diese großen Filme, die Stars, das Publikum. Ich denke, das hat auch mit unserer Geschichte zu tun.“ Er hat sich vorgenommen, das zu ändern: “Vor sieben, acht Jahren habe ich mir gesagt: Ich will diese gläserne Decke dicht über meinem Kopf aufstoßen. Diese Entscheidung hat mir unheimlich gutgetan“, erklärte er. “Warum sollten wir das nicht genauso gut können wie die Amerikaner? Wir sollten mutiger sein. Für mich gibt es keinen Grund, warum ein so großartiger Film wie etwa Sofia Coppolas ‘Lost in Translation’ nicht auch von einer Deutschen oder einem Deutschen gedreht werden könnte, egal ob in Tokio oder in Berlin.“ Edward Berger will beweisen, dass das kein Traum bleiben muss.

Bild: Malte Ossowski/SVEN SIMON/picture-alliance/Cover Images

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