Ehemaliger Prinz Andrew soll als Zeuge vor Gericht aussagen
Andrew Mountbatten-Windsor muss als Zeuge vor Gericht. Zwar wird er keines Vergehens in diesem Fall beschuldigt, ihm könnten laut einem Medienbericht aber schwierige Fragen zu seinen eigenen Finanzen drohen.
Andrew Mountbatten-Windsor (66), der wegen seiner Verbindungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953-2019) seit Jahren in der Kritik steht, muss in einem neuen Fall vor Gericht erscheinen. Der jüngere Bruder von König Charles III. (77), dem sein Prinzentitel entzogen wurde, ist allerdings nicht Beklagter. Der 66-Jährige wurde jetzt als Zeuge vorgeladen, wie die britische BBC berichtet.
Vor dem High Court wird ein Betrugsprozess verhandelt. Eine wohlhabende Frau beschuldigt dem Bericht zufolge ihren ehemaligen Finanzberater des Betrugs. Andrew soll sich als Zeuge vor Gericht womöglich schwierigen Fragen stellen. Zwar werde dem ehemaligen Prinzen in diesem Fall kein Fehlverhalten vorgeworfen, es dürfte aber um seine eigenen Finanzen gehen.
Hohe Zahlungen an Andrew
Andrew soll unter anderem eine Überweisung in Höhe von 750.000 Pfund erhalten haben. Gerichtsunterlagen zufolge habe die Frau über ihren Finanzberater das Geld an Mountbatten-Windsor in der Annahme überwiesen, dass ihr deswegen in Bezug auf einen Reisepass ausgeholfen werden könnte. Der Berater streite dies ab und bezeichne die Zahlung als Geschenk, das nichts damit zu tun habe. Andrew habe im Jahr 2021 das Geld zurücküberwiesen. Außerdem soll es um eine weitere Zahlung in Höhe von 768.000 Pfund gehen - laut dem Beklagten angeblich ein Darlehen an den Ex-Prinzen für den Kauf eines Chalets in der Schweiz.
Doch nicht nur deshalb dürfte die Aussage Andrews laut BBC für Aufsehen sorgen. Es wird demnach voraussichtlich das erste Mal sein, dass Mountbatten-Windsor öffentlich spricht, nachdem ihm im vergangenen Jahr sein Prinzentitel von seinem Bruder entzogen wurde. Offenbar ist Andrew zudem das erste Mitglied des Königshauses seit dem 19. Jahrhundert, dem eine derartige gerichtliche Vorladung als Zeuge zugestellt wurde. Der Gerichtstermin für Andrew soll demzufolge noch in diesem Jahr stattfinden, wohl um den 15. Dezember herum. Für eine Aussage müsse er nicht unbedingt persönlich erscheinen, auch per Videoschalte wäre diese möglich.
Was ist mit den Untersuchungen gegen Andrew?
Während der ehemalige Herzog von York in diesem Fall nur als Zeuge vorgeladen ist, war er an seinem 66. Geburtstag im Februar vorübergehend festgenommen worden. Währenddessen wurden ein ehemaliger und ein aktueller Wohnsitz durchsucht - wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch im Zusammenhang mit seiner früheren Tätigkeit als britischer Handelsbeauftragter.
Es geht um den Vorwurf, dass Andrew vertrauliche Informationen an Epstein weitergereicht haben könnte. Die Ermittlungen in diesem Zusammenhang dauern weiterhin an, auch wenn zwischenzeitlich von der Polizei eingeräumt wurde, dass die genutzten Durchsuchungsbeschlüsse rechtswidrig waren, da sie auf falscher gesetzlicher Grundlage erlassen worden waren. Ob das sichergestellte Material genutzt werden kann, soll in einer für das kommende Jahr geplanten Anhörung entschieden werden.
Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, untersucht zudem die schottische Polizei Aufenthalte Epsteins und dessen Komplizin Ghislaine Maxwell (64) auf dem königlichen Landsitz Balmoral. Mountbatten-Windsor soll die beiden Medienberichten zufolge im Jahr 1999 dorthin eingeladen haben. Die Ermittlungen befinden sich nach Polizeiangaben aber in einem noch "sehr frühen Stadium".
Mit den Untersuchungen rund um den Amtsmissbrauchsvorwurf haben die neuen Ermittlungen nichts zu tun. Andrew hat in der Vergangenheit jegliche Vorwürfe eines mutmaßlichen Fehlverhaltens im Zusammenhang mit Epstein abgestritten.
(wue/spot)