Erdbeben-Tragödie um Kaya Yanar: “Nachts schreien die Kinder”

Kaya Yanar

Thomas Schulze/picture-alliance/Cover Images

Es ist über zwei Wochen her, dass die Türkei und Syrien von einem starken Erdbeben erschüttert wurden, und am Montag (20. Februar) bebte die Erde erneut. Die Folgen sind auch in Deutschland zu spüren: Türkischstämmige Mitbürger*innen berichten immer wieder von den schrecklichen Ereignissen vor Ort und dem unendlichen Leid, das über ihre Familien hereingebrochen ist. Unter den Betroffenen ist auch Kaya Yanar (49).

"Sie sind einfach traumatisiert"

Der Comedian berichtete jetzt auf Facebook, dass insgesamt acht Mitglieder seiner Großfamilie bei der Naturkatastrophe ihr Leben verloren haben, "darunter drei Teenager." Die meisten seiner Verwandten hätten die stark zerstörte Stadt Antakya verlassen. "Dort gibt es nichts mehr für sie. Alle ihre Wohnungen sind baufällig oder zerstört." Seine Mutter habe für 16 Personen Unterschlupf in Antalya organisiert: "Dort schlafen sie wie Ölsardinen auf dem Boden. Aber das sind Luxusprobleme. Sie haben es warm, es gibt Essen und sie haben ein Dach über dem Kopf." Schlimmer seien die Erinnerungen an das Erlebte: "Sie sind einfach traumatisiert. Meist starren sie ins Leere oder weinen unkontrolliert. Die Kinder schreien nachts immer wieder auf, haben Albträume. Die ersten Stunden harrten sie alle auf der Strasse an einem Lagerfeuer oder in Autos aus. Leichen lagen in Säcken oder Teppichen ein paar Meter neben ihnen."

Kaya Yanar ist auch dankbar

Wie es weitergehen soll, weiß auch Kaya Yanar nicht, denn "Antakya ist fast komplett zerstört, es wird Jahre dauern, bis die Stadt wieder aufgebaut wird." Gleichzeitig kommt er ins Grübeln, wie sein Leben verlaufen wäre, wäre er nicht mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen. "Wie wäre mein Leben in Antakya abgelaufen? Vielleicht hätte ich die letzten Tage unter den Trümmern der Heimatstadt meiner Eltern nach Hilfe geschrien."

Es gibt aber auch Positives zu berichten, zum Beispiel über die beispiellos Hilfsbereitschaft, die keine Grenzen kennt: "Wir haben alle unsere unterschiedlichen Staaten, Kulturen und Religionen, die uns trennen. Aber es gibt auch das Menschliche, das uns alle verbindet." Gesammelte Spenden habe er an die Organisation Ärzte ohne Grenzen weitergeleitet, erzählte Kaya Yanar: "Die sind auch in Syrien aktiv."

Bild: Thomas Schulze/picture-alliance/Cover Images

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