Geschmacklosigkeit oder Selbstironie? Neuer Werbespot von Boris Becker

Boris Becker

Henning Kaiser/picture-alliance/Cover Images

Mit Werbung kennt Boris Becker (55) sich eigentlich besser aus als mit Geld. Sein Werbespot für den Internet-Provider AOL wurde 1999 zum Kult, sein Spruch “Bin ich schon drin?” zum geflügelten Wort. Klar, dass der auch wieder ausgegraben wurde, als der ehemalige Tennisstar im letzten Jahr wegen Insolvenz-Vergehen ins Gefängnis musste.

Geld zum Fenster rausschmeißen

Jetzt hat Boris laut ‘Bild am Sonntag’ erneut einen Spot abgedreht. Darin soll er für einen Fensterversand Reklame machen. Zudem gehören auch Social-Media-Clips zum Gesamtpaket der Kampagne. Erstmals soll die Werbung am kommenden Sonnabend in der ‘Sportschau’ laufen, einen Tag zuvor soll er auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden. Doch ob das Thema der Werbung wirklich so gut gewählt ist? Angeblich soll man darin sehen, wie der berühmteste Ex-Knacki Deutschlands in einer opulenten Villa haufenweise Geldscheine aus dem Fenster wirft. Der Spruch dazu: "Schmeißen Sie ihr Geld nicht aus dem Fenster."

Wie gut wird Boris Becker beraten?

"Geld ist und war mir wichtig, aber der Spot ist natürlich Satire und Selbstironie", wird Boris Becker von der Sonntagszeitung zitiert. "Dass ich Geld aus dem Fenster geworfen habe, ist richtig. Aber sich dann selbst auf die Schippe zu nehmen, um der jüngeren Generation zu empfehlen, es mir nicht nachzumachen, war mir wichtig." Doch allein angesichts der Tatsache, dass der vierfache Wimbledonsieger noch immer vielen Gläubiger*innen Geld schuldet, gleichzeitig aber wieder auf großem Fuß lebt, ist der Clip wohl eher geschmacklos denn selbstironisch und im besten Fall unglücklich gewählt. Und wie irgendwer daraus schließen kann, dass man Boris Becker lieber nicht nacheifern sollte, ist auch nicht ganz klar.

Erst vor Kurzem hatte sein Insolvenzverwalter Mark Ford geklagt, dass "nur ein kleiner Teil (der Schulden) bisher zurückgezahlt" wurde. Es würde "an Zusammenarbeit mit Herrn Becker" mangeln. Ob Boris Becker wirklich gut beraten ist, in einem Spot aufzutreten, in dem er Geld zum Gegenstand von Satire macht?

Bild: Henning Kaiser/picture-alliance/Cover Images

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