In München gestorben: Trauer um "Strenesse"-Unternehmer Gerd Strehle

Er machte aus einem Mantelhersteller aus Nördlingen eine international bekannte Designermarke. Nun ist der frühere "Strenesse"-Chef Gerd Strehle im Alter von 85 Jahren in München gestorben.

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Gerd Strehle baute Strenesse zu einer international bekannten Marke aus.
Gerd Strehle baute Strenesse zu einer international bekannten Marke aus. Foto: imago images/VISTAPRESS

Gerd Strehle ist tot. Wie die "Bild"-Zeitung am Mittwochvormittag berichtet, starb der frühere Eigentümer und langjährige Vorstandschef des Modehauses "Strenesse" bereits am Samstagabend im Alter von 85 Jahren im Münchner Klinikum Bogenhausen. Das bestätigte Sohn Luca Strehle der Zeitung.

"Mein Vater ist friedlich eingeschlafen, seine Familie war bei ihm", wird Luca Strehle zitiert. Nach außen habe sich sein Vater nichts anmerken lassen, die Chemotherapie habe sein Immunsystem aber stark geschwächt. "Als er einen Infekt bekam, ging es nicht mehr." Am Ende sei der Tod "eine Erlösung für ihn" gewesen. Strehle hatte viele Jahre gegen Lymphdrüsenkrebs gekämpft.

Der Modeunternehmer hinterlässt seine dritte Ehefrau Gila Kesten und drei Kinder: Luca und Viktoria aus der Ehe mit Britta Strehle sowie Carla aus der Ehe mit Gabriele Strehle. Die Beerdigung soll im kleinsten Familienkreis stattfinden, zur Trauerfeier will die Familie auch Freunde und Weggefährten einladen. Ein Datum stehe noch nicht fest.

Eigentlich wollte er Musik studieren

Dass Strehle eines Tages das Familienunternehmen übernehmen würde, war keineswegs selbstverständlich. Ursprünglich habe er Musik studieren wollen, erzählte er 2011 im Interview mit der "Unternehmeredition". "Später habe ich doch erkannt, dass ich eigentlich Unternehmer bin." Die Firma war 1949 von seinen Eltern in Nördlingen gegründet worden, zunächst als Wohlfahrt & Co., später als Strehle KG, und fertigte damals konventionelle Damenmäntel und -kostüme.

Nach seinem Einstieg entwickelte Strehle eine neue Kollektion, aus der eine Marke werden sollte. Den Namen setzte er aus Strehle und dem französischen Wort "Jeunesse" für Jugend zusammen. Mit der Designerin Gabriele, die 1973 ins Unternehmen kam und die er 1985 heiratete, machte er "Strenesse" international bekannt. Sie war für die Kreation zuständig, er für Zahlen und Strategie.

Ausstatter der Nationalmannschaft

In den besten Jahren zwischen Mitte der 1990er und Anfang der 2000er setzte die Firma laut "Bild" bis zu rund 125 Millionen Euro im Jahr um. Mitte der 2000er-Jahre geriet Strenesse jedoch in wirtschaftliche Schwierigkeiten. In dieser Phase erhielt das Unternehmen den Auftrag, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auszustatten. Ein Coup, der sich, wie Strehle sagte, "als Volltreffer erwies". Der ehemalige Bundestrainer Joachim "Jogi" Löw (66) wirbt noch immer für die Marke, etwa aktuell für seine "exklusive Cashmere Sonderedition".

Nach der Trennung war Gabriele Strehle 2012 aus dem Unternehmen ausgestiegen. Sohn Luca übernahm den Vorstandsvorsitz, sein Vater wechselte nach 45 Jahren an der Spitze in den Aufsichtsrat. 2014 und 2019 musste die Firma Insolvenz anmelden. Die Markenrechte liegen seit 2023 bei der Münchner Brand House Production GmbH, die einen Neustart für "Strenesse" wagte.

(ae/spot)