Joaquin Phoenix hat in einem Interview über den Glauben gesprochen.
In ‘Come On, Come On’ spielt der Hollywoodstar einen Radiojounalisten, der sich mit seinem jungen Neffen auf eine Reise quer durch die USA begibt. Im Interview mit der ‘FAZ‘ wurde Phoenix jetzt gefragt, wie schwierig es ist, mit einem Kind vor der Kamera zu stehen: „Ich kann Ihnen sagen, dass meine jahrelange Erfahrung als Schauspieler mir hier nicht unbedingt geholfen hat. Oft hat man eine Vorstellung im Sinn, wie eine Szene ablaufen sollte. Das hindert einen aber daran, im Moment zu leben und zu entdecken, was eigentlich möglich ist. Ich war total überrascht, was für eine Bandbreite Woody mir schauspielerisch anbot! Er hat die Gabe, einen kreativen Raum zu eröffnen, in dem alles passieren kann …! Ich kam natürlich mit einem Haufen Erwartungen ans Set. Aber das alles musste ich dann ablegen. Es geht hier nicht um mich, sondern nur um den Moment. Der Kleine hat sich immer sofort in die Situation reingefühlt.“

Über seinen eigenen Glauben sagt der Schauspieler: „Mit Mitte 20 durchlebte ich eine atheistische Phase. Heute passt gar kein übliches Label mehr zu mir, würde ich sagen. Meine Werte und Überzeugungen sind Versatzstücke aus vielen verschiedenen Glaubenssystemen und Weltanschauungen. Ich glaube zum Beispiel, dass man in jedem Moment Erleuchtung finden kann, wenn man sich entschließt, liebevoll mit den Menschen und der Welt umzugehen. Normalerweise reagieren wir sehr emotional auf die Außenwelt, unsere Gefühle werden verletzt, wir sind unsicher und ängstlich, deshalb reagieren wir auf die Welt, anstatt sie bewusst zu erleben. Menschen träumen davon, sich irgendwann mal vollständig zu fühlen, geheilt einen Zen-Zustand zu erreichen und endlich glücklich zu sein. Dieser Zustand wird nie kommen, wenn man nicht täglich übt, ein besserer Mensch zu sein.“

©Bilder:BANG Media International – Joaquin Phoenix – Oscars – LA – Getty – Feb 2020