Judith Rakers erzählt von ihrer einsamen Kindheit: Einblick in ihr Leben

Judith Rakers – November 2012
Judith Rakers, die bekannte ehemalige Tagesschau-Moderatorin, denkt oft an ihre Schulzeit zurück und gesteht, dass sie ihre Klassenkameraden beneidete. Diese hatten das Glück, keine „Scheidungskinder“ zu sein. Nach der Trennung ihrer Eltern wuchs die 49-Jährige bei ihrem Vater in Bad Lippspringe auf und musste früh lernen, auf eigenen Beinen zu stehen. Während ihr Vater, ein engagierter Physiotherapeut, oft bis spät in die Nacht arbeitete, war es für Judith nicht immer leicht, ihren Alltag selbst zu organisieren. Im Podcast ‚Hotel Matze‘ erzählt sie: „Ich war unfassbar viel alleine.“ In den 80ern war die Scheidung ihrer Eltern noch ein rares Phänomen, und so fühlte sich Judith oft als das einzige Scheidungskind in ihrer Klasse. Die Erinnerungen an die Zeit bei einer Freundin, wo familiäre Geborgenheit und gemeinsamem Mittagessen herrschten, weckten in ihr den Wunsch nach mehr Normalität, was sie dazu brachte, zu weinen.
Ein Dank an ihren Vater und der Weg zur Natur
Trotz der Herausforderungen in ihrer Kindheit hegt Judith Rakers keinerlei Groll gegen ihren Vater. Sie betont: „Es ging halt nicht. Wir hatten andere Voraussetzungen.“ Der Respekt und die Dankbarkeit für die Mühen ihres Vaters sind evident. Heute lebt sie in einer inspirierenden Umgebung, die stark von ihrer Kindheit geprägt ist. Die Sehnsucht nach der Natur hat sie dazu bewogen, ein ländliches Leben zu führen. „Ich wollte wieder mehr so leben, wie ich es aus der Kindheit kannte“, erklärt sie. Die Trennung von ihrem Ehemann gab Judith die Freiheit, ihren Wunsch nach einem naturnäheren Leben zu verwirklichen. Ein prägendes Interview mit Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl 2016 war der Anstoß: „Die Stadt hat angefangen, mich zu nerven.“ Im Jahr 2018 wagte Rakers dann den Schritt auf einen Bauernhof bei Hamburg und lebt mittlerweile umgeben von Tieren und Pflanzen auf der malerischen Insel Rügen.





