Keine guten Aussichten: Wie geht es weiter für Gil Ofarim?

Gil Ofarim

picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt

Haben vier Worte die Karriere von Gil Ofarim ein für alle Mal beendet? Am Dienstagmittag (28.November) legte der wegen Verleumdung angeklagte Sänger ('It's Your Love') im Landgericht Leipzig ein Geständnis ab: "Die Vorwürfe treffen zu", sagte der 41-Jährige. Die Behauptung, ihm sei vor zwei Jahren in einem Hotel der Stadt der Check-In unter Verweis auf seinen Davidstern verweigert worden, sei gelogen gewesen.

Nicht nur finanzielle Folgen

Mehr als zwei Jahre war der Musiker bei seiner Geschichte geblieben, hatte Interviews gegeben, auch wenn niemand seine Aussage bestätigen konnte und auch Sicherheitskameras seinen Davidstern nicht zeigten. Das Verfahren wurde jetzt vorübergehend eingestellt — wenn Gil alle Auflagen erfüllt, wird es in sechs Monaten zu den Akten gelegt, und er ist dann nicht vorbestraft. Doch das Nachspiel für den Star dürfte sich wesentlich länger hinziehen. Das Online-Magazin 'Watson' sprach mit dem Medienanwalt Christian Solmecke über das, was jetzt auf Gil Ofarim zukommen könnte. "Gravierender dürften zum einen die weiteren finanziellen Folgen für ihn sein: Er muss seine Verteidigung und vermutlich auch die Kosten des Nebenklägers zahlen. Letzterer, der Hotelmanager, hat zudem in einem sogenannten Adhäsionsverfahren bereits Schmerzensgeld gefordert, hier kam es bereits zu einem Vergleich – die Höhe der Summe ist aber noch nicht bekannt", so der Experte.

Weitere Konsequenzen für Gil Ofarim

Zudem könne Gil Ofarim sich erneut vor Gericht wiederfinden. So könne ihn das Hotel verklagen "und die Kosten für die privaten Ermittlungen sowie für eventuelle Umsatzeinbußen…verlangen." Doch das sei nichts gegen den dauerhaften Schaden, den er sich selbst zugefügt hat: "Am schlimmsten ist aber für ihn wohl der endgültige Verlust seines guten Rufes in der Öffentlichkeit." Zudem zeigten sich jüdische Organisationen besorgt, denn mit seiner Lüge hat Gil antisemitischen Ausfällen wieder Tür und Tor geöffnet. Der Zentralrat der Juden in Deutschland verurteilte ihn daher bereits kurz nach dem Geständnis scharf, schrieb auf X/Twitter, Gil habe "all denen, die tatsächlich von Antisemitismus betroffen sind, großen Schaden zugefügt. Neben der Öffentlichkeit hat er auch die jüdische Gemeinschaft belogen." Das Problem des Antisemitismus ist nämlich im Gegensatz zu Gil Ofarims Lüge traurige Realität.

Bild: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt

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