Sängerin Lotte (26) erzählte in der Sendung 'Sing meinen Song', wie sie sexuell angegriffen wurde und welche Spuren dies bei ihr hinterlassen hat. Das wurde dann auch deutlich, als sie ein entsprechendes Lied performen wollte.

Autobiografischer Song

Die Künstlerin hat dieses furchtbare Erlebnis in ihrem Song 'So wie ich' verarbeitet. "Wie es ist, wenn man in dem Fall als Frau 'Nein' sagt und jemand, egal ob auf der Straße oder im Club, über diese Grenze hinweg geht und sich das nimmt, was er in dem Fall von dir will", berichtete die Wahl-Berlinerin ihren geschockten Kolleg*innen. Als die Singer-Songwriterin dann das Lied singen will, bricht sie bei den letzten Zeilen in Tränen aus, es ging nicht mehr. Sie wurde dann von Gastgeber Johannes Oerding in den Arm genommen und getröstet.

Lotte will nicht als Opfer gesehen werden

Auch wenn es sie so mitgenommen hatte, dass sie ihr Lied nicht beenden konnte, möchte Lotte nicht als Opfer gesehen werden. Sie möchte Frauen Mut machen. Ihr Song soll ihnen zeigen, dass sie keine Schuld trifft, denn oft fühlen sich Betroffene schuldig und überlegen, warum sie Opfer sexueller Gewalt wurden, was sie falsch gemacht haben. Ob sie sich vielleicht zu freizügig gekleidet haben. Dies sei immer noch eine allgemeine Wahrnehmung, dabei sind es die Angreifer, die sich schuldig gemacht haben. Für Lotte war es auch ein Lernprozess: "Ich habe angefangen, mich zu wehren. Ich habe angefangen, mich mehr zu lieben und zu wissen: Es ist egal, was ich anhabe – ich gehöre nur mir." Die Musikerin stand auch immer dazu, dass sie sich professionelle Hilfe geholt hat, dies sei sehr wichtig für ihren Beruf, wie sie unlängst gegenüber 'pointer.de' erklärte. "Jeder, der den Job macht, weiß, dass er an die Psyche geht. Darum muss man sich kümmern, wie ein Sportler, der regelmäßig trainiert". Man kann Lotte nur wünschen, dass sie sich weiterhin gut um sich kümmert.

Bild: picture alliance / Geisler-Fotopress | Ulrich Stamm/Geisler-Fotopress