Nach Alphaville-Ausladung: Veranstalter räumt Fehler ein

Einen Tag nach der Ausladung von Alphaville vom "Glücksgefühle"-Festival korrigiert sich Veranstalter Markus Krampe. Er spricht von einem Fehler und entschuldigt sich bei der Band um Marian Gold. Ob es am Hockenheimring doch noch zum Auftritt kommt, ist offen.

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Markus Krampe (re.) hat sich bei Marian Gold und Alphaville entschuldigt.
Markus Krampe (re.) hat sich bei Marian Gold und Alphaville entschuldigt. Foto: imago images/BOBO / imago images/BOBO

Der Veranstalter des "Glücksgefühle"-Festivals hat sich für die Ausladung von Alphaville entschuldigt. "Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler. Das tut mir leid. Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen", sagte Markus Krampe (55) der "Bild". Der Auftritt der Band war zwei Tage vor dem geplanten Termin gestrichen worden.

Krampe veranstaltet das Festival auf dem Hockenheimring gemeinsam mit Lukas Podolski (41). Noch am Mittwoch hatte er das Verhalten der Band als inakzeptabel bezeichnet. Am Donnerstagnachmittag schlug er andere Töne an.

"Wir laden Alphaville ein"

Der Veranstalter will die Band zurückholen. "Wir laden Alphaville ein, wie geplant Teil des Festivals zu sein. Nicht als Zeichen eines Nachgebens, sondern als bewusste Entscheidung für das, was uns verbindet", sagte er der Zeitung. Die Aufmerksamkeit solle wieder der Musik und den Menschen vor und hinter der Bühne gelten.

Sein Festival sei kein politischer Ort, sondern ein Ort der Musik und der Begegnung, erklärte Krampe weiter. Gleichzeitig respektiere er es, wenn Alphaville für ihre Überzeugungen einträten. "Und ich glaube, dass es möglich ist, unterschiedliche Haltungen nebeneinander stehenzulassen, ohne laut zu werden."

Ob die Band das Angebot annimmt, war zunächst unklar. Gespielt hätte Alphaville am Freitag, 4. September. Das Festival läuft seit 3. September und geht bis zum 6. September.

Auslöser war ein Auftritt im Sommer

Vorangegangen war ein Konflikt über politische Ansagen von der Bühne. Bei einem 80er-Jahre-Festival, das ebenfalls Krampe veranstaltete, hatte sich die Band vor einigen Wochen gegen die AfD und rechtsradikale Tendenzen in der Gesellschaft positioniert. Danach habe Krampe von Alphaville die Zusicherung verlangt, dass sich das am Hockenheimring nicht wiederhole, berichtet die "Bild". Darauf ließ sich die Band nicht ein, woraufhin der Auftritt abgesagt wurde.

Aus dem Absageschreiben zitierte Sänger Marian Gold (72) in seinem Statement wörtlich. Demnach dulde der Veranstalter "keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art" auf der Bühne und wolle deshalb von dem Auftritt Abstand nehmen.

Gold sprach von einem "Maulkorberlass"

Gold hatte die Ausladung über die Kanäle der Band öffentlich gemacht und die Begründung mit einem "Maulkorberlass" verglichen, wie man ihn aus Diktaturen kenne. Eine solche Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit auf einem der größten deutschen Popfestivals empfinde die Band als untragbar und erschütternd. Die Ausladung nannte er einen "feindseligen und vollkommen unnötigen Akt".

(jom/spot)