Olivia Colman ist ungern berühmt.
Die oscarprämierte Schauspielerin hat spätestens seit ‘The Crown‘ eine große Anhängerschaft und erlebt großen Ruhm. Doch wirklich gefallen tut ihr das nicht. Im Interview mit der ‘FAZ‘ sagte sie jetzt deutlich, was sie von ihrer Berühmtheit hält: „Ganz ehrlich? Ich hasse es – und der Erfolg stellte sich in meinem Leben so spät ein, dass ich mich daran nie gewöhnt habe. Ich mag es nicht, von fremden Menschen erkannt zu werden, und finde nichts schlimmer, als wenn mir in meinem Alltag Fotografen folgen. Deswegen sind wir tatsächlich mit der Familie raus aus London und aufs Land gezogen, wo wir einigermaßen ungestört sind. Und trotzdem verlasse ich das Haus nicht viel.“

Und weiter: „Wenn ich in einem Arbeitsumfeld bin, bei einer Premiere oder Preisverleihung, dann kann ich damit umgehen. Aber wenn ich nicht arbeite und irgendwo im Niemandsland mit meinem Hund spazieren gehe, dann hat das nichts mit meinem Job zu tun, und ich möchte in Ruhe gelassen werden. Ich kann wirklich nicht gut damit umgehen, wenn diese beiden Sphären überlappen.“ Auf die Frage, ob es auch was Positives hat, berühmt zu sein, erklärt sie: „Hm, lassen Sie mich überlegen. Ich habe auf jeden Fall sehr viele tolle Menschen kennenlernen dürfen, denen ich sicher nie begegnet wäre, wenn ich eine un¬bekannte Schauspielerin im britischen Fernsehen geblieben wäre. Und man bekommt ohne Frage sehr viele tolle Klamotten geliehen. Außerdem ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man die Aufmerksamkeit des Publikums auch mal auf wohltätige Zwecke lenken kann. Anderen Menschen helfen zu können ist eine schöne Entschädigung für die eher anstrengenden Nebeneffekte des Erfolgs.“

©Bilder:BANG Media International – Olivia Colman – Emmy Awards celebration in London with award – Sept 2021 Getty