Prinz Harry springt für Kriegsveteranen aus dem Flugzeug
Prinz Harry hat sich über Kanada aus einem Flugzeug gestürzt. Mit dem Fallschirmsprung löste er ein Versprechen an einen Weltkriegsveteranen ein. Nach der Landung rief er als Erstes seine Frau an.
Prinz Harry (42) ist am Freitag für den guten Zweck aus einem Flugzeug gesprungen. Mit dem Fallschirmsprung nahe Toronto löste der Herzog von Sussex ein Versprechen ein, das er einem 102 Jahre alten Veteranen des Zweiten Weltkriegs gegeben hatte.
Kennengelernt hatten sich Harry und Ed Marshall im vergangenen November im Veteranenzentrum des Sunnybrook-Krankenhauses in Toronto. Marshall, einst Fallschirmjäger und im Zweiten Weltkrieg ausgebildet, hatte dem Prinzen damals eine bemerkenswerte Geschichte erzählt: "Ed versetzte Prinz Harry in Staunen, als er stolz von dem Fallschirmsprung zur Spendensammlung berichtete, den er anlässlich seines 100. Geburtstags absolviert hatte. Die Idee ließ sie nicht mehr los, und gemeinsam schmiedeten sie einen Plan für einen weiteren Sprung.", schreibt die Sunnybrook Foundation auf ihrer Spendenseite.
Der Enkel springt ein
Ganz nach Plan lief es dann nicht. Eine ärztliche Untersuchung ergab, dass Marshall den Sprung nicht sicher absolvieren könne. Für ihn übernahm sein Enkel Bailey. Zu Hause bleiben wollte der Veteran trotzdem nicht: Er stieg mit in die Maschine und feuerte die beiden aus dem Flugzeug heraus an.
"Ed hat sich riesig darauf gefreut. Es gibt einfach keine Variante, in der man einen 102-jährigen Veteranen hängen lässt", sagte Harry nach der Landung dem kanadischen Sender CTV. "Er war am Boden zerstört, dass er nicht springen konnte, aber es war großartig, ihn hinten dabeizuhaben." Und mit einem Augenzwinkern: "Man hat ihm tatsächlich einen Fallschirm angelegt. Wir dachten schon, er springt wahrscheinlich einfach allein. Zum Glück hat er es nicht getan, und er ist noch hier! In ein paar Monaten wird er 103."
Erster Anruf bei Meghan
Kaum war Harry wieder unten, rief er seine Frau Herzogin Meghan an. Im Interview wollte man wissen, wie schwer es gewesen sei, sie als zweifacher Vater von dem Vorhaben zu überzeugen. "Ich musste sie nicht überreden, aber sie war erleichtert, als wir unten waren", erzählte Harry. Der Aufstieg habe ziemlich lange gedauert. Er glaube, Meghan habe sich die ganze Zeit gefragt: "Sind sie schon unten? Sind sie schon unten?"
Die Verantwortung für das Abenteuer schob der Prinz scherzhaft Marshall zu. "Ich habe sowieso einfach Ed die Schuld gegeben. Ich habe gesagt: 'Ich kann nicht, ich will das nicht, ich wünschte, ich käme da irgendwie raus.' Aber Ed ist sehr überzeugend!"
"Einfach ein ganz normaler Typ"
Für Bailey bekam der Sprung an der Stelle seines Großvaters eine besondere Bedeutung. "Man würde nie erwarten, dass jemand mit Ihrem Terminkalender so etwas macht und sich dafür selbst in Gefahr begibt", sagte er an Harry gewandt. Dass sich der Prinz Zeit nehme und sich für Marshalls Leistung und dessen Dienst interessiere, sei für die Familie surreal. "Aber wie mein Großvater schon gesagt hat: Er ist einfach ein ganz normaler Typ. Und genau so fühlt es sich für uns an."
Der Erlös kommt Sunnybrook und der True Patriot Love Foundation zugute. Mit beiden ist Harry eng verbunden. True Patriot Love brachte ihn einst mit Sunnybrook zusammen und half dabei, die Invictus Games 2017 und 2025 nach Kanada zu holen.
(mia/spot)