Seit Montag (17. Januar) läuft vor dem Amtsgericht Hamburg das Berufungsverfahren gegen Gzuz (33). Der Rapper ('Späti') war Ende September 2020 nach einer zum Teil tumultartigen Verhandlung zu 18 Monaten Haft verurteilt worden, unter anderem wegen Verstößen gegen das Waffengesetz, Drogenbesitzes und Körperverletzung.

Gefuchtel oder Schläge?

Dieses Urteil hofft der Musiker jetzt revidieren zu können — und hat dafür gewaltig an seiner Strategie gefeilt. Vorbei sind die Zeiten, in den Kristoffer Klauß, wie der Star mit bürgerlichem Namen heißt, vor dem Gericht den harten Mann markiert, auch Geschrei und Gepöbel bleiben bislang aus. Der Rapper der Hip-Hop-Band 187 Straßenbande zeigte sich gleich am ersten Verhandlungstag sogar geständig. So gab er zu, im März 2020 eine junge Frau ins Gesicht geschlagen zu haben. Das sei aus Versehen passiert, als er mit den Armen gefuchtelt habe, und er habe sich bereits mehrfach entschuldigt und ihr Schmerzensgeld gezahlt. Auch dass er in einen offen stehenden Krankenwagen geklettert sei, streitet Gzuz nicht ab — er habe allerdings nichts stehlen wollen.

Gzuz stolperte über eigenes Image

In Sachen Drogen ist der Rapper indes weniger geständig. Obwohl Beamt*innen bei Hausdurchsuchungen mehrfach fündig geworden waren, sollen diese mit Ausnahme von ein wenig Marihuana nicht ihm gehört haben. Ein bei ihm lebender Freund hätte die Drogen eingeschleppt. Ebenfalls bei der Durchsuchung gefundene Waffen gehörten seinem Schwiegervater.

Das Berufungsverfahren gegen Gzuz ist auf sieben Tage angelegt, im Februar wird das Urteil erwartet. Bei der ursprünglichen Verhandlung war es turbulent zugegangen, und dem Rapper wurde auch sein Image angekreidet. "Sie inszenieren sich als Gangster-Rapper und wollen als Straftäter behandelt werden. Jetzt werden Sie als Straftäter gewürdigt", so der Richter damals — ob es dieses Mal besser läuft für Gzuz?

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