Entertainer Riccardo Simonetti (29) freut sich über seine beruflichen Möglichkeiten, ist sich aber sicher, dass die Welt noch wesentlich toleranter gegenüber der LGBTQ+-Gemeinde werden muss.

Mit Kleid durch Köln

Er selbst kann sich nicht beklagen, ist gefragter denn je und als Influencer und gar als EU-Sonderbotschafter in offizieller Mission unterwegs, um sich für die Belange von queren Menschen einzusetzen. Aber ein Großteil der Gesellschaft ist noch nicht soweit, einen Mann in Kleidern zu akzeptieren, auch wenn mit Harry Styles ein Superstar als Beispiel dienen kann. "Harry Styles wird dafür 30 Jahre später auch wieder gefeiert, aber hat sich im Alltag was geändert? Wenn ich mit Kleid gestylt durch Köln laufe, habe ich nicht das Gefühl", seufzte der Bayer im Gespräch mit DWDL.de' Auch beruflich werden immer noch Türen zugeschlagen. "Mag sein, dass die Person, die dir beim Casting gegenüber sitzt, dich super findet und dich sieht wie du bist. Aber irgendwo auf dem Weg zur finalen Entscheidung kommt von höherer Ebene ein 'Nein', oft nicht mal mit Begründung."

Riccardo Simonetti ist Joko Winterscheidt dankbar

Trotzdem hat es Riccardo Simonetti geschafft, sich die Herzen der Zuschauer*innen zu stehlen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Sein Auftritt bei Joko Winterscheidts Sendung 'Wer stiehlt mir die Show' war so überzeugend, dass viele auf ihn aufmerksam wurden. "Ich bin Joko und FloridaTV sehr dankbar, dass sie mich haben mich sein lassen", freute sich das Show-Talent. "Diese Produktionsfirma ist für mich ein tolles Beispiel, wie man es richtig macht und ich freue mich total, dass sie dafür mit dem Grimme-Preis belohnt wurden."

Mit seinem Blog ist der Star zu einem wichtigen Influencer geworden – ein Traumberuf für viele junge Menschen. Der Moderator hat im Gespräch mit der 'Schweizer Illustrieren' einen wichtigen Tipp für angehende Social-Media-Stars: "Zeigt den Menschen, wer ihr wirklich seid. Wer einfach nur eine Kopie von einem bekannten Influencer sein will, wird sich auf Dauer nicht halten können." Riccardo Simonetti hat es vorgemacht, wie es funktionieren kann.

Bild: Britta Pedersen/picture-alliance/Cover Images