Tanja Bülter (50) spricht offen über die herausforderndste Zeit ihres Lebens, in der sie – kurz nach Trennung und Scheidung – erst mit Brustkrebs, dann mit einer jäh einsetzenden Menopause konfrontiert war. Mit ihrem Buch 'Brust raus' macht die Fernsehmoderatorin anderen Frauen Mut, ihre eigenen Krisen zu meistern.

2020 war Tanjas Schicksalsjahr

Die allermeisten Menschen hatten 2020 schon genug mit der Coronapandemie zu tun, aber für Tanja kam es deutlich dicker: Erst scheiterte ihre Ehe mit Nenad Drobnjak (53), dann erfuhr sie, dass sie Brustkrebs hatte. Die Mutter zweier Kinder stellte sich tapfer der lebensrettenden Behandlung, die aus zwei Chemotherapien, einer brusterhaltenden OP und einer Strahlentherapie bestand. Doch die Chemotherapie hatte eine gravierende Nebenwirkung: "Ein Arzt erwähnte am Anfang meiner Chemo zwischen Tür und Angel, dass es sein könne, dass ich dadurch in die Wechseljahre komme. Ich hatte da gar nicht mehr dran gedacht. Und plötzlich bemerkte ich, dass ich meine Tage nicht mehr bekomme und ich Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen hatte", erklärte Tanja gegenüber 'Bild'.

Tanja Bülter meisterte die Krise

Der Fernsehfrau blieb nichts anderes übrig, als sich mit all ihren Symptomen zu arrangieren, denn eine Hormontherapie schied wegen ihrer Krebserkrankung als Option aus. Ihre Kinder und Freundinnen halfen ihr: "Meine Kinder waren mein Motor, um diese schlimme Zeit zu überstehen", sagte sie im vergangenen Sommer zu 'Bild'. Als Freunde sie überzeugten, "den Blick nach links und rechts streifen zu lassen" und auf Dates zu gehen, wurden vor allem ihre trockenen Schleimhäute zum Problem: "Ich habe dann auch jemanden kennengelernt, den ich wirklich zauberhaft fand. Dann musste ich bei meinem Date aber plötzlich feststellen, dass durch die Menopause meine Schleimhäute trocken waren – und zwar überall! Damit klarzukommen war schon schwierig." Zum Glück meisterten sie das Problem zusammen: "Mein Flirt war in der Situation wirklich superlieb zu mir. Ich kann ja auch gut selbst über mich lachen und nehme solche Dinge mit Humor. Dann ist jede peinliche Situation gleich viel weniger peinlich." Auch wenn der Flirt nicht von Dauer war, denkt Tanja dankbar zurück: "Der junge Mann war wie ein Booster in dieser schweren Zeit", gestand sie. Jetzt wirbt Tanja Bülter bei jeder Gelegenheit für Krebsvorsorgeuntersuchungen, um anderen Frauen ihr Schicksal zu ersparen.

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