Er war eine der lautesten Stimmen, die in der Pandemie die Interessen der Gastronomie vertrat: Tim Mälzer (51) nahm angesichts mangelnder staatlicher Hilfen und bedrohter Existenzen kein Blatt vor den Mund. Der TV-Koch ('Kitchen Impossible') zog vor Kurzem die Konsequenzen aus der Januar-Flaute, machte sein Hamburger Restaurant für drei Wochen dicht.

Durchseuchung wie in der Gesellschaft

Ab Donnerstag (3. Februar) tischt der kulinarische Star wieder auf. Er habe die Auszeit genutzt, um ein neues Hygienekonzept mit "geschlossenen Systemen" zu entwickeln, wie er dem 'Hamburger Abendblatt' verriet. Natürlich blieb auch sein Betrieb nicht von Corona verschont: "Eine leichte Durchseuchung" habe es in der Bullerei gegeben, wie auch in der Gesellschaft. "Jetzt ist die Hoffnung aufgrund des Boosterstatus und des Genesenenstatus und dass wir langsam am Zenit sind, dass wir in eine normale Phase geraten." Um ganz auf Nummer Sicher zu gehen, hat der Starkoch sogar ein eigenes Testzentrum vor dem Restaurant eingerichtet, denn drinnen gilt die 2G-Plus-Regel.

Tim Mälzer hofft weiterhin auf die Politik

Auch wenn Tim Mälzer also gut vorbereitet ist, so appellierte er gegenüber der 'Deutschen Presse-Agentur' erneut an die Politik, die Branche nicht im Stich zu lassen. "Ich würde mir wünschen, dass die Regierung nach wie vor hinter den Kulissen daran strickt, den ins Straucheln geratenen Unternehmen – egal ob Einzelhandel, Unterhaltung oder Gastronomie – zu helfen", so der Starkoch. Es müsse deutlich werden, "dass das keine Last ist, die ein Einzelner tragen muss, sondern dass das die Gemeinschaft trägt." Schließlich seien die Menschen unverschuldet in Not geraten, stünden jetzt vor den Trümmern ihrer Existenz.

Dennoch blickt er positiv in die Zukunft, denn auch die Kommunikation habe sich verändert. Das sei vor einem Jahr noch ganz anders gewesen. "Es gibt weniger Rechthaberei", freute sich Tim Mälzer.

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