Boris Becker (54) steht in London vor Gericht, während in Leimen seine 86-jährige Mutter um das Schicksal ihres Sohnes zittert. Weil der Tennislegende im schlimmsten Fall ein siebenjährige Haftstrafe droht, verfolgt sie die Nachrichten nonstop: "Jeden Tag! Boris ist doch mein Sohn", sagte Elvira Becker zu Bild.

Mutter hält zu Boris Becker

Skandale, Schulden, Steuerprobleme – mit einem Insolvenzverfahren wollte der in London lebende Boris Becker 2017 einen Neustart in seinem Leben einleiten. Zu dumm, dass ihm britische Behörden nun mangelnde Kooperation sowie das Verbergen von Vermögen vorwerfen. Da es nicht gerade um geringe Summen geht, die er möglicherweise beiseite schaffte, bevor er seine Insolvenz anmeldete, und weil es Zweifel daran gibt, ob er wirklich nicht weiß, wo seine Tennistrophäen sind, steht er nun vor Gericht. Mutter Elvira schwankt zwischen Hoffen und Bangen: "Ich habe etwas Angst vor dem, was kommt. Mal sehen, wie das Urteil ausfällt …"

Keine Ahnung von Geld

Eine wesentliche Strategie der Verteidigung war, Boris‘ Unfähigkeit im Umgang mit Geld und seine Arglosigkeit bei der Wahl von Beratern hervorzuheben – so als könne er einfach nichts dafür, dass er selbst in seinem Alter immer noch keinen Überblick über seine Finanzen habe. Boris habe die Neigung, bei Finanzproblemen "den Kopf in den Sand zu stecken", zitierte die Daily Mail seinen Anwalt Jonathan Laidlow. Sein Leben sei "auf chaotische Weise" von Beratern gemanagt worden: "Einige dieser Berater gaben ihm wirklich gute Ratschläge, die im besten Interesse des Angeklagten waren – andere wollten, wie das nun mal so ist in der Welt, einfach ein Stück vom Kuchen abhaben, von seinem Ruhm und Vermögen."

Mutter Elvira blickt da nicht mehr durch, aber "mein Sohn ruft mich häufiger an. Er beruhigt mich. Jeder erzählt was anderes", sagte sie zu Bild und betonte, dass sie auf seiner Seite ist: "Ich halte zu Boris! Egal was passiert – er ist und bleibt mein Sohn!"

Bild: Daniel Bockwoldt/picture-alliance/Cover Images