Nach Tod von Hubert Aiwanger: BR ändert sein TV-Programm
Der Bayerische Rundfunk reagiert auf den plötzlichen Tod von Hubert Aiwanger. Am Donnerstagabend zeigt der Sender eine Sondersendung über den Freie-Wähler-Chef, ein Magazin fällt dafür aus. Auch die späten Nachrichten werden verlängert.
Das BR Fernsehen stellt nach dem plötzlichen Tod von Hubert Aiwanger (1971-2026) sein Programm um. Wie der Bayerische Rundfunk mitteilt, läuft an diesem Donnerstag um 19 Uhr eine Ausgabe von "BR24 extra". Das Magazin "mehr/wert", das sonst auf diesem Sendeplatz zu sehen wäre, entfällt. Moderiert wird die Sondersendung von Christian Nitsche.
Im Mittelpunkt stehen der Politiker und die Frage, was sein Tod für Bayern bedeutet. Die Sendung soll an Aiwanger erinnern und die politischen Folgen einordnen. Auch die BR24 Nachrichten um 21:45 Uhr dauern wegen der Nachrichtenlage fünf Minuten länger als üblich.
Regelprogramm schon am Vormittag unterbrochen
Bereits am Vormittag hatte der Sender reagiert. Um 11 Uhr übertrug BR24 ein Statement von Ministerpräsident Markus Söder (59) live. Für die Berichterstattung über Reaktionen und weitere Entwicklungen wurde das reguläre TV-Programm unterbrochen.
Söder äußerte sich am Donnerstagmorgen in Nürnberg. Er sei "schockiert und getroffen", sagte der CSU-Politiker laut BR24. "Wir verlieren mit Hubert Aiwanger eine prägende Figur der bayerischen Politik." Schon am späten Mittwochabend hatte er auf X geschrieben, der plötzliche Tod sei "eine absolute Tragödie". Für Donnerstag und den Tag der Beisetzung ordnete Söder Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden im Freistaat an.
Der stellvertretende Ministerpräsident und bayerische Wirtschaftsminister war nach Angaben von BR24 am Mittwochabend tot in einem Hotelzimmer in Berlin gefunden worden. Eigentlich hätte der Freie-Wähler-Chef in der Hauptstadt bei der Eröffnung eines Parteibüros sprechen sollen. Aus gesundheitlichen Gründen ließ er sich jedoch vertreten. Aiwanger wurde 55 Jahre alt. Polizei und Staatsanwaltschaft Berlin haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.
Bestürzung über Parteigrenzen hinweg
Aiwanger hat die bayerische Politik über Jahrzehnte mitgeprägt. Der Landwirt aus Niederbayern führte die Freien Wähler 2008 erstmals in den Landtag und 2018 in die Staatsregierung, seitdem war er Wirtschaftsminister.
Entsprechend groß ist die Anteilnahme. FW-Fraktionschef Florian Streibl erklärte, Bayern werde ohne ihn "ein anderes sein". Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) nannte Aiwanger einen streitbaren Politiker "mit Ecken und Kanten". Auch Vertreter von SPD, AfD, Religionsgemeinschaften, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften würdigten den Verstorbenen.
(jom/spot)