Casino-Spiele können verführerisch sein, ein Spielschutz hilft. Foto: Adobe / LIGHTFIELD STUDIOS

Casino-Spiele können verführerisch sein, ein Spielschutz hilft. Foto: Adobe / LIGHTFIELD STUDIOS

Casino-Spielschutz Systeme im internationalen Vergleich – Welches Land hat das beste System?

Über den Sinn von Casino-Limits wird vermutlich bereits gestritten, seit es das Glücksspiel gibt. Menschen, die suchtgefährdet sind, verfügen unter Umständen nicht über die notwendige Impulskontrolle, um eigenverantwortlich mit dem Glücksspiel umzugehen. Daher ist das freiwillige Sperren eine Möglichkeit zum Selbstschutz.

So können sich Zocker in Deutschland in das Spielersperrsystem OASIS eintragen lassen. Die selbst eingerichtete Sperre kann erst wieder aufgehoben werden, wenn die selbst gewählte Dauer abgelaufen ist. Außerdem gibt es sogenannte Fremdsperren durch Spielbanken oder Online-Casinos. Hier beträgt die Mindestdauer 1 Jahr.

Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede im internationalen Vergleich, denn alle Länder haben eigene Vorstellungen davon, ob und wie man Spieler gegebenenfalls vor sich selbst schützen muss.

Deutschland

Im Rahmen der Reform des deutschen Glücksspielgesetzes wurden 2021 insbesondere für Online-Glücksspiele neben einer Registrierungs- und Verifizierungspflicht vier wichtige gesetzliche Regeln eingeführt. Zudem wurde mit dem bundesweiten OASIS ein einheitliches System für Sperren eingerichtet.

Die vier wichtigsten Regeln im Überblick:

Begrenzte Rundendauer von Slotspielen. Sie muss seit 2021 mindestens fünf Sekunden betragen. Damit soll verhindert werden, dass Spieler ihr Geld in extrem kurzer Zeit verspielen können.

Limit für Einzahlungen. Pro Monat können Spieler maximal 1000 Euro auf ihr Guthabenkonto aufladen. Diese Obergrenze gilt für sämtliche Online-Casinos, also nicht nur für einen einzelnen Anbieter.

Limit für Einsätze: Im Online-Casino sind Einsätze pro Runde auf einen Euro begrenzt.

Limit für die Spieldauer: Nach jeweils einer Stunde Spielzeit muss eine Abkühlungsphase von mindestens fünf Minuten eingehalten werden.

Da sich zahlreiche deutsche Spieler durch diese Regularien eingeschränkt oder gar bevormundet fühlen, wird häufig auf Online Casino Anbieter ohne OASIS, wie Sie zum Beispiel bei 1337.games zu finden sind, gesetzt.

Schweiz

In der Schweiz verzichtet man generell auf Beschränkungen für Online-Casinos. Allerdings ist der Glücksspielmarkt dort auch stärker reguliert. Nur die staatlich lizenzierten Spielbanken dürfen Online-Glücksspiel anbieten. Das hat den Vorteil, dass der Staat beim Spielerschutz nicht auf die Privatwirtschaft Rücksicht nehmen muss, sondern Regeln nach Bedarf anpassen kann. Verhalten sich Spieler problematisch, können Casinos Spielsperren verhängen, die in der gesamten Schweiz gelten.

Malta

Die Mittelmeerinsel gilt als Vorreiter im Hinblick auf Online-Glücksspiel. Malta war eines der ersten Länder in Europa, das den Casinos den Online-Markt eröffnet hat. Die Anbieter sind nur an wenige Regeln gebunden. So gibt es keine staatlichen Obergrenzen für Spieleinsätze, weshalb viele dort lizenzierte Anbieter im Ausland mit dem Zusatz „ohne Limit“ werben. Allerdings setzen viele Betreiber von sich aus auf Höchstgrenzen für Einsätze pro Spiel. Dennoch ist der maltesische Glücksspielmarkt kein Wilder Westen, wo alles erlaubt ist. Die Behörden kontrollieren, ob die Anbieter fair arbeiten und ein eigenes Spielerschutz-Konzept haben.

Großbritannien (Vereinigtes Königreich)

In Großbritannien galt lange Zeit der Grundsatz, auf Eigenverantwortung von Spielern und Casinos zu setzen. Eine strenge Regulierung existierte in der Vergangenheit praktisch nicht. Schon das Verbot von Kreditkartenzahlungen in Online-Casinos im Jahr 2020 galt als schwerwiegender staatlicher Eingriff. Doch inzwischen sorgt die UK Gambling Commission für die strikte Einhaltung gewisser Mindeststandards. Dazu zählen beispielsweise:

  • Altersüberprüfungen für Spieler
  • Limits für Einzahlungen
  • Limits für Einsätze
  • Aufklärungspflicht der Betreiber von Online-Casinos über Risiken des Glücksspiels

Außerdem arbeitet die Glücksspielkommission mit verschiedenen unabhängigen Organisationen zusammen, die gefährdeten Spielern mit Beratungsangeboten zur Seite stehen.

Niederlande

Auch in den Niederlanden hat man sich in den letzten Jahren mehr Gedanken zum Spielerschutz gemacht. Dort sind sowohl klassische Spielbanken als auch Online-Angebote von den Regelungen betroffen. 2021 wurde das neue Glücksspielgesetz geschaffen, das die Einführung einer eigenen Regulierungsbehörde vorsah. Ähnlich dem deutschen OASIS gibt es mit dem Zentralregister Cruks ebenfalls ein freiwilliges System zum Selbstausschluss von Spielern. Zudem sind Online-Casinos zur Einhaltung von strengen Spielerschutz-Vorschriften verpflichtet. Neben der Aufklärung über die Risiken des Glücksspiels und der Ergreifung von Präventionsmaßnahmen sind auch Tools zur Selbstkontrolle und Limits für Einzahlungen bzw. Einsätze Bestandteil der Regulierung. Jedoch lässt sich bei niederländischen Casinos ein ganz ähnliches Phänomen beobachten, wie in Deutschland. Viele Spieler fühlen sich durch die strengen Regularien eingeschränkt und  greifen lieber auf  Online Casinos ohne Cruks zurück.

USA

In den Vereinigten Staaten sind die Gesetze zum Glücksspiel so vielfältig wie unübersichtlich. Da die Regelungen alle in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesstaaten fallen, gibt es höchst unterschiedliche Glücksspiel-Vorschriften. Während es in einigen Bundesstaaten komplett verboten ist, Online-Casinos zu nutzen, gibt es andere, in denen Glücksspiel in fast jeder Form erlaubt ist. Doch auch in den Bundesstaaten mit Glücksspiel-Lizenzierungen gibt es sehr unterschiedliche Maßnahmen zum Spielerschutz. So gilt Nevada mit seinen Vorschriften als relativ streng. Die meisten Bundesstaaten verfügen aber über Systeme zur Selbstsperrung von Spielern und unterstützen Aufklärungsmaßnahmen zur Förderung verantwortungsvollen Spielens.

Fazit

Die Casino-Spielschutz-Systeme variieren von Land zu Land. Selbst innerhalb der EU gibt es keine gemeinsamen Ansätze. Während einige EU-Staaten wie Malta nur wenige Regulierungen des Glücksspielmarktes vorsehen, ist die Situation in Ländern wie Deutschland oder den Niederlanden ganz anders. Für die meisten Spieler sind Einzahlungs- bzw. Einsatzlimits kein Problem und die Einrichtungen für vorsorgliche Selbstsperren und ggf. Fremdsperrungen durch Casinos sind oft sinnvoll. Wer sich dennoch möglichst frei und ohne Schutzsystem dem Glücksspiel im Internet widmen möchte, sollte seriöse und lizenzierte Anbieter aus einem der weniger regulierten Länder wählen.