
Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin D3 und Maca: Alte Hüte im neuen Gewand?
Wie es die Bezeichnung NahrungsERGÄNZUNGSmittel bereits verrät, sollen sie dazu dienen, die normale Ernährung durch die Lieferung von Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen, Aminosäuren oder anderen Substanzen bei Bedarf zu ergänzen. Dabei betont der Begriff „Ergänzung“ jedoch direkt, dass sie kein Ersatz für ein ausgewogenes, abwechslungsreiches und gesundes Essen sind.
In diesem Zusammenhang sind einige ihrer Inhaltsstoffe wie Vitamin D3 und Magnesium schon länger bekannt. Andere wie Maca und Ashwagandha jedoch werden erst allmählich populärer. Ein stichhaltiger Grund, sie sich und ihre potenziell positiven Wirkungen noch einmal etwas genauer anzuschauen.
Welche Nahrungsergänzungsmittel sind seit Langem bekannt?
Besonders bekannt ist fraglos das Vitamin D, das man auch als „Sonnenvitamin“ bezeichnet: Bei ihm handelt es sich um eine Gruppe fettlöslicher Vitamine, aus der primär das Vitamin D2 (Ergocalciferol) und das Vitamin D3 (Cholecalciferol) herausstechen. Letztgenanntes ist insofern von Bedeutung, als es die Haut größtenteils durch Sonnenlicht synthetisiert.
Es spielt eine wichtige Rolle beim Calcium- und Phosphatstoffwechsel, weil es deren Aufnahme aus dem Darm und deren Einbau in die Knochen fördert. Aber Vitamin D3 kann natürlich auch noch mehr – Stichworte Unterstützung und Funktion des Immunsystems und die Erhaltung der Muskelfunktion. Und da ein Mangel daran zu Knochenerkrankungen wie Rachitis oder Osteomalazie führen kann, ist es wichtig, immer genug davon aufzunehmen. Am besten natürlich über einen Aufenthalt im Freien und über die Nahrung, bei Bedarf aber auch über Nahrungsergänzungsmittel.
Ähnliches, wie im letzten Aspekt angesprochen, gilt übrigens auch für zwei weitere, seit Langem bekannte Nährstoffe, die ebenfalls als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden: Magnesium und die Omega-3-Fettsäuren.
- Magnesium zeichnet sich durch seine Bedeutung für den Energiestoffwechsel, die Muskel- und Nervenfunktion, die Knochendichte und -stärke, das Herz-Kreislauf-System sowie die für das gesunde Gewebewachstum relevante Proteinsynthese aus. In der Konsequenz kann ein entsprechender Mangel zu Symptomen wie Muskelkrämpfen, Herzrhythmusstörungen, Müdigkeit, Reizbarkeit sowie Kopfschmerzen und Migräne führen.
- Omega-3-Fettsäuren dagegen wirken sich positiv auf die Herzfunktion und die Blutdruckregulation, die kognitive Funktion, die Stärkung des Immunsystems, die Hemmung von Entzündungen sowie die Flexibilität und Funktionalität der Zellmembranen aus. Folglich kann es bei einem Mangel unter Umständen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, kognitiven Beeinträchtigungen, Entzündungen und Gelenkschmerzen, Hautproblemen sowie zu Stimmungsschwankungen bis zu Depressionen kommen.
Und seit wann ist das so?
Die Verwendung von Vitamin D3 als Nahrungsergänzungsmittel begann im frühen 20. Jahrhundert, als man die Bedeutung von Vitamin D für die Knochengesundheit erkannte. Wenig später, in den 1920er Jahren, gelang es dann, Vitamin D3 zu isolieren und seine chemische Struktur aufzuklären. Außerdem wurde klar, dass sich Vitamin-D-reicher Lebertran für die Behandlung von Vorbeugung von Rachitis anbot. Und natürlich forschte man immer weiter, sodass in den 2000er Jahren ein weiterer Untersuchungsboom ein noch einmal verstärktes Interesse an Vitamin D3 als Nahrungsergänzungsmittel nach sich zog.
Die Geschichte von Magnesium reicht sogar noch weiter zurück, bis nach 1850, als man es das erste Mal im menschlichen Körper nachwies. Im Zuge der genaueren Untersuchung seiner diversen Funktionen definierte man es 1926 als essenziellen Nährstoff. Dagegen mussten die Omega-3-Fettsäuren länger auf dieses Maß an Aufmerksamkeit warten. Ihre Bedeutung wurde erst in den 1970er Jahren durch Studien an den Inuit in Grönland klar, die auf eine fisch- und Omega-3-Fettsäuren-reiche Ernährung zurückgriffen. In der Folge konnten sie sich in den 1980er Jahren als Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Herzgesundheit etablieren und sind bis heute in dieser und anderen Hinsichten weitverbreitet.
Welche „Neueren“ erfahren jetzt gerade zusätzliche Aufmerksamkeit?
Im Kontext der (aktuell) besonders gefragten Nahrungsergänzungsmittel sind unter anderem Maca und Ashwagandha zu nennen. Das Interessante daran: Man schätzt die dazugehörigen Heilpflanzen in den jeweiligen vor Ort lebenden Kulturen nicht erst seit gestern, sondern schon seit Jahrhunderten …
- Maca stammt aus den Anden in Südamerika, wo sie die Inkas schon seit über 2.000 Jahren verwenden. So verabreichten sie es unter anderem ihren Kriegern, um deren Ausdauer und Stärke im Kampf zu erhöhen. Ferner soll es aber auch für eine Verbesserung der sexuellen Funktion und der Libido, einer Stabilisierung des Hormonhaushalts, einer Verbesserung der Gedächtnisleistung und als natürlicher Stimmungsaufheller dienen können.
- Ashwagandha (auch als indischer Ginseng bekannt) ist dagegen ein fester Bestandteil der indischen ayurvedischen Medizin – und das seit mehr als 4.000 Jahren. Traditionell setzt man ihn zur Bekämpfung von Stress und Müdigkeit und zur Steigerung des Immunsystems und der kognitiven Funktion ein.
Indes: In beiden Fällen laufen die genauen wissenschaftlichen Untersuchungen noch, sodass weitere Forschung notwendig ist, um die vollen potenziellen gesundheitlichen Vorteile dieser Pflanzen (und auch mögliche Risiken) noch genauer abzuklären.
Fazit? Es tut sich etwas bei den Nahrungsergänzungsmitteln
Und es ist durchaus wahrscheinlich, dass im Laufe der Zeit noch viele weitere spannende Nähr- und Inhaltsstoffe entdeckt und den Menschen zugänglich gemacht werden. Allerdings muss in dieser Hinsicht auch festgehalten werden, dass Nahrungsergänzungsmittel auch in der Zukunft nicht dafür konzipiert sein werden, eine gesunde und ausgewogene Ernährung und den Aufenthalt an der frischen Luft zu ersetzen.
Zudem sollte man sich vor einer potenziellen Einnahme unbedingt mit potenziellen Vorteilen und Risiken auf Basis des aktuellen Forschungsstands auseinandersetzen und individuell mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen, wie es mit den möglichen gesundheitlichen Vorteilen für einen selbst individuell aussieht. Was auf jeden Fall in diesem Zusammenhang eine gute Idee ist: ein umfangreicherer Zuckerverzicht und der Griff zu viel frischem Obst, Gemüse und weiteren Vitamin-D3-Quellen. In diesem Sinne: Guten (und gesunden!) Appetit!