Sie sehen verführerisch aus und stehen für alles bereit: Sexroboter erobern aktuell die Schlafzimmer in Asien, Europa und den USA. Die Puppen haben nichts mit den aufblasbaren Gummipuppen aus der Vergangenheit zu tun – künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass sie sprechen können und sogar lernfähig sind.

Wir schauen uns an, wie Sexroboter funktionieren, was sie können und wo ihre Grenzen liegen. 

Wie funktioniert ein Sexroboter?

Ihr Körper besteht aus einem Metallskelett und Silikon, innen sind verschiedene Sensoren und ein Computer verbaut. Die Sexpuppe wirkt überraschend echt, kann ihr Becken bewegen und sogar stöhnen. Mittlerweile sind Puppen – wie sie u. a. auf https://marielove-dolls.com/ angeboten werden – in verschiedenen Charakterausgaben erhältlich: schüchtern, redselig, intellektuell und sinnlich. 

Über Sprachbefehl – ganz wie bei Siri und Alexa – kann die Puppe gesteuert werden. Der sprachliche Impuls wird über Kabel – vergleichbar mit dem menschlichen Nervensystem – an die einzelnen Gelenke weitergegeben. Entsprechend bewegt sich die Puppe dann. Laufen kann sie allerdings noch nicht, denn der dafür benötigte Motor wäre zu schwer. 

Künstliche Intelligenz sorgt für Sprachbegabung

Sie stöhnt und schließt die Augen. Sie scheint tatsächlich Spaß beim Sex zu haben. Ein wenig verrückt kann das auf den ersten Blick schon wirken, wenn man bedenkt, dass der Sexpartner ein Roboter ist. Möglich macht das alles eine künstliche Intelligenz auf Basis eines Android-Betriebssystems, das im Schädel verbaut ist. Der Benutzer unterhält sich mit der Puppe und die Chips wandeln den Ton in Text und Daten um. 

Die KI lernt den Benutzer immer genauer kennen und kann in der Folge immer präziser im Gespräch antworten. Falls der Puppe die vorprogrammierten Antworten ausgehen, sucht sie per Algorithmus in Datenbanken im Internet nach einer passenden Antwort. 

Durch eine App kann der Benutzer die Puppe auf seine Bedürfnisse einstellen. Auf Basis eines Zehnpunktesystems bewertet er die Antworten. Eine volle Punktzahl in der Kategorie Intellekt kann schon einmal dazu führen, dass der Sexroboter Goethe oder Schiller zitiert. 

Unterschied zur Sexpuppe ohne KI

Sexroboter verfügen über ein breites Spektrum an Gesten, die sich an einzelne Situationen anpassen. Das lässt die Roboterfrau ziemlich realistisch wirken. Dazu verfügen die etwas teureren Modelle über Heizsysteme: Körperwärme wird simuliert. Um all die Funktionen mit Strom zu versorgen, müssen die Sexroboter regelmäßig aufgeladen werden.  

Sexpuppen ohne KI haben mit Sexrobotern gemeinsam, dass sie ebenfalls ein voll bewegliches Metallskelett und eine Haut aus Silikon oder ähnlichem Material haben. Gelegentlich verfügen Sexpuppen ohne KI auch über eine Heizfunktion im Vaginalbereich. Der große Unterschied ist aber: Sie können sich nicht bewegen oder sprechen.

Sexroboter: geil oder abtörnend?

Das Thema Sexroboter wird in vielerlei Hinsicht diskutiert. Es gibt kritische Stimmen, die anführen, dass damit der weibliche Körper zum reinen Lustobjekt degradiert würde. Die Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen würden mit Sexrobotern zementiert, weil die Roboter darauf programmiert werden, nie Nein zu sagen. Auch die Hygiene wird häufig angesprochen: Die Roboter müssten gründlich geputzt werden, um Krankheiten durch Verunreinigung vorzubeugen.

Trotz aller Kritik – laut der Zukunftsstudie „Homo digitalis“ würde jeder dritte Deutsche gerne Sex mit einem Sexroboter haben. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch: Über die Hälfte der Befragten würde es nicht stören, wenn ihr Partner Sex mit einem Roboter hätte. Was die Studie aber auch zeigte, war, dass Sexroboter eher als Spielzeug, denn als Menschenersatz wahrgenommen werden. Nur 6 Prozent konnten sich vorstellen, sich in einen Roboter zu verlieben. 

Kein Ersatz für Menschen aus Fleisch und Blut

So realistisch die Roboter auch wirken, die Puppen können den Menschen in seiner Individualität nicht ersetzen. Für viele Menschen ist ein Sexroboter deshalb wohl einfach nur das: ein Zugang zu realistischem Sex und zu der Verwirklichung von erotischen Fantasien.

Foto: Adobe / Melinda Nagy