Rausch und Ruhm: Wenn Genussmittel zur Marke werden – die Prominentenkultur des Konsums

Foto: Adobe / NDABCREATIVITY

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Prominente führen ein Leben, das ständig unter Beobachtung steht. Jede Entscheidung, jedes Outfit und jede Äußerung wird seziert und diskutiert. Das gilt auch für ihren Umgang mit Genussmitteln – von einem Glas Wein auf dem roten Teppich bis hin zur öffentlichen Äußerung über Hanfprodukte.

Dieser Konsum ist oft mehr als nur eine private Vorliebe; er wird schnell zu einem Teil der öffentlichen Persona der Stars.

Für die Öffentlichkeit entstehen dadurch zwei Extreme: Einerseits der glamouröse Schein, der Genussmittel als stilvolles Accessoire inszeniert. Andererseits der Schatten, der die oft komplexe Realität des Konsums verbirgt.

Die Prominentenkultur des Genusses ist deshalb ein spannendes Feld. Sie bewegt sich im Spannungsfeld zwischen privatem Verlangen, öffentlicher Inszenierung und einem immer wichtiger werdenden Geschäftszweig, den die Stars mit ihren eigenen Marken aktiv mitgestalten.

Die Entstigmatisierung des Hanfs

Besonders im Bereich der Hanfprodukte – ob mit oder ohne psychoaktive Wirkung – haben Prominente in den letzten Jahren eine zentrale Rolle gespielt. Was lange Zeit ein absolutes Tabu war, wurde durch die öffentliche Befürwortung von Musikern, Schauspielern und Sportlern zunehmend normalisiert und als Lifestyle-Produkt etabliert.

Viele Stars nutzen ihre enorme Reichweite, um offen über ihren Konsum zu sprechen oder sogar eigene Marken zu gründen. Dadurch verschiebt sich die öffentliche Wahrnehmung: Hanf wird nicht mehr nur im Kontext illegaler Substanzen gesehen, sondern als Genussmittel, das Entspannung bietet oder einfach Teil eines modernen Lifestyles ist.

Diese prominente Unterstützung hat direkte Auswirkungen auf den Handel. Wenn ein weltweit bekannter Name ein Produkt bewirbt oder dafür eintritt, senkt das die Hemmschwelle der breiten Masse. Die Legitimität, die von diesen Berühmtheiten ausgeht, trägt maßgeblich dazu bei, dass das Angebot und die Akzeptanz von lokalen Hanfshops wachsen. Sie helfen dabei, diese Art von Genussmitteln aus der Schmuddelecke zu holen und im Einzelhandel zu etablieren.

Alkohol und Tabak: der traditionelle Genuss

Im Gegensatz zu Hanfprodukten, die in der öffentlichen Wahrnehmung erst Akzeptanz gewinnen mussten, sind Alkohol und Tabak tief in der Tradition der Prominentenkultur verwurzelt. Seit Jahrzehnten dient beispielsweise der Champagner oder der Whisky nicht nur dem Konsum, sondern als stilvolles Accessoire.

Die Inszenierung ist hier oft subtiler, aber nicht weniger wirksam. Eine Zigarette in den Händen eines Schauspielers auf der Leinwand oder die obligatorische Weinflasche bei einem Promi-Dinner suggeriert ein gewisses Lebensgefühl – oft lässig, luxuriös oder nachdenklich.

Gleichzeitig gibt es einen Gegentrend, der ebenfalls stark in der Öffentlichkeit zelebriert wird: die Abstinenz. Zahlreiche Stars sprechen offen darüber, komplett auf Alkohol zu verzichten, um ihre Karriere zu fokussieren oder Suchtprobleme zu bewältigen. Auch diese Entscheidung wird Teil der öffentlichen Erzählung und erzeugt eine neue Art von Vorbildfunktion.

Der Umgang mit traditionellen Genussmitteln zeigt somit ein ambivalentes Bild: Einerseits als etabliertes Statussymbol, andererseits als bewusste Entscheidung für einen anderen, disziplinierten Lebensweg.

Das Geschäftsmodell „Genuss“: eigene Marken

Die Zeiten, in denen Prominente lediglich Werbegesichter für bestehende Marken waren, sind weitgehend vorbei. Immer mehr Stars verwandeln ihren eigenen Genussmittelkonsum in ein lukratives Geschäftsmodell, indem sie selbst zu Herstellern werden.

Dieser Trend reicht von Hollywood-Schauspielern, die exklusive Tequilas oder Gins auf den Markt bringen, über Rapper, die ihre eigenen Linien von Hanfprodukten vertreiben, bis hin zu Sportlern, die alkoholfreie Getränke entwickeln.

Das Erfolgsrezept dieser Marken basiert auf zwei Säulen:

  1. Glaubwürdigkeit: Die persönliche Geschichte des Prominenten und dessen wahrgenommener Konsum sollen die Authentizität des Produktes unterstreichen. Man kauft nicht nur ein Getränk, sondern ein Stück des prominenten Lifestyles.

  2. Direkte Reichweite: Durch soziale Medien können diese Marken ihre Zielgruppe direkt und ohne teure Umwege über traditionelle Werbung erreichen.

Der Promi dient hier als wichtigster Qualitätsstempel und wichtigster Marketingkanal zugleich. Die Marke des Stars wird zum Verkaufsschlager, weil sie das Versprechen auf Exklusivität, Erfolg oder Entspannung vermittelt, das untrennbar mit der berühmten Persönlichkeit verbunden ist.

Schlussworte und die Last der Vorbildfunktion

Der Umgang von Prominenten mit Genussmitteln ist ein Spiegelbild gesellschaftlicher Trends. Er zeigt, wie sich die Grenzen zwischen privater Vorliebe, öffentlicher Inszenierung und cleverem Marketing immer mehr auflösen. Vom Enttabuisieren von Hanf bis zur Vermarktung exklusiver Spirituosen – die Stars sind zu aktiven Gestaltern der Genusskultur geworden.

Doch diese Sichtbarkeit bringt eine große Verantwortung mit sich. Ob gewollt oder nicht: Prominente sind Vorbilder, deren Konsumverhalten eine breite Öffentlichkeit beeinflusst. Wenn sie Genussmittel in ihrem Alltag zelebrieren, tragen sie dazu bei, deren Konsum zu normalisieren.

Der Konsum von Genussmitteln bleibt daher für Berühmtheiten ein Drahtseilakt: Die Freiheit des persönlichen Genusses kollidiert stets mit der unentrinnbaren Vorbildfunktion. Die anhaltende Faszination für „Rausch und Ruhm“ zeigt, dass diese komplexe Beziehung zwischen Star und Genussmittel ein fester und fesselnder Bestandteil der öffentlichen Kultur bleiben wird.

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