Prozess gegen Sean ‚Diddy‘ Combs: Er soll ‚extrem kreativ‘ im Umgang mit Drogen gewesen sein

Sean Diddy Combs - Avalon

Sean Diddy Combs – Avalon

Sean ‚Diddy‘ Combs soll laut Zeugenaussagen „extrem kreativ“ geworden sein, wenn er angeblich unter Drogeneinfluss stand.

Der 55-jährige Rapper steht weiterhin in New York wegen bundesstaatlicher Anklagen wie Menschenhandel zu sexuellen Zwecken und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht. Am Freitag (20. Juni) sagte Brendan Paul (26) – ehemaliger Basketballspieler der Syracuse University und später persönlicher Assistent von Combs – aus, der Musikmogul habe sich unter dem Einfluss illegaler Substanzen verändert.

Brendan, der von Ende 2022 bis März 2024 für Combs arbeitete, sagte unter Immunität aus, nachdem er im selben Monat am Flughafen Opa-Locka in Miami mit Kokain festgenommen wurde, das er laut eigenen Angaben für Combs transportierte. Die Festnahme fiel zeitlich mit FBI-Razzien in Combs‘ Häusern in Los Angeles und Miami Beach zusammen. Der frühere Assistent schilderte, dass er zwischen fünf- und zehnmal Drogen für Combs besorgen musste und dabei bis zu 500 Dollar für Kokain, Ketamin, Ecstasy und Marihuana ausgab.

Er erinnerte sich an einen Vorfall, bei dem Combs ihn bat, „Tusi“ (auch bekannt als pinkes Kokain) zu testen, um dessen Qualität zu überprüfen. Brendan fühlte sich damals laut eigenen Angaben unter Druck gesetzt sagte: „Ich wollte meine Loyalität beweisen.“ Er fügte hinzu: „Wir machten einfach mit unserem Abend weiter.“

Bei der Gegenbefragung durch Verteidiger Brian Steel verneinte Brendan entschieden, ein Drogenkurier für Combs gewesen zu sein. Er erklärte, der Rapper habe ihn lediglich gebeten, kleine Mengen Drogen zu transportieren. Textnachrichten, die den Geschworenen vorgelegt wurden, bestätigten Anfragen nach Xanax und Ketamin. Auch bestimmte Marihuana-Sorten wie ‚King Louis‘ und ‚Sunset Sherbet‘ wurden wiederholt angefordert.

Brendan beschrieb zudem, wie er bei der Vorbereitung von drogenlastigen Sexpartys – genannt „wild king nights“ oder ‚Freak-Offs‘ – in Hotelzimmern und privaten Häusern half. Dabei bereitete er Gleitmittel, Babyöl, Alkohol und mit Drogen gefüllte Gucci-Beutel für die Veranstaltungen vor. Er sagte vor Gericht, dass er nach diesen Partys mit Handschuhen aufräumte, um Hotelrechnungen wegen Schäden zu vermeiden. Außerdem berichtete er, dass er einmal drei Tage lang kaum Schlaf bekam, während er für Combs arbeitete – unterstützt durch Adderall und Kokain, um durchzuhalten.

Combs habe ihn zudem häufig gefeuert und wieder eingestellt – unter anderem, weil er bei einem Spaziergang eine Lululemon-Bauchtasche vergessen hatte – nur um ihn später wieder in sein Team aufzunehmen. Auf die Frage, wie er heute über Combs denke, antwortete Brendan: „Es ist kompliziert.“

Die Staatsanwaltschaft, die im Verlauf von sechs Wochen zahlreiche Zeugen aufrief – darunter Ex-Freundinnen, frühere Mitarbeiter und den Rapper Kid Cudi – will den Fall bis Montag (24. Juni abschließen. Combs, der in allen Anklagepunkten – darunter Menschenhandel zu sexuellen Zwecken und Verschwörung zur organisierten Kriminalität – auf nicht schuldig plädiert hat, bleibt in Brooklyn in Haft. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Foto: © BANG Media International – Sean Diddy Combs – Avalon

Das könnte dich interessieren

  • Donald Trump und Bruce Springsteen: Ehemaliger Fan-Konflikt

    Bruce Springsteen performs onstage during New York Film Festival Spotlight Gala - Getty
  • Elyas M'Barek kehrt nach Deutschland zurück

    Elyas M’Barek at Liebesdings Premier Cologne July 2022 - Gett
  • Sarah Connor über gestrandeten Wal bei Poel

    Sarah Connor - Live - Getty
  • Robbie Williams nutzt KI für Instagram-Beiträge

    Robbie Williams - Better Man Premiere - Spain - December 4th 2024 - Carlos Alvarez - Getty
  • BTS starten ARIRANG-Tour mit emotionalem Auftakt

    BTS Seoul comeback concert 2026 - BIGHIT MUSIC/Netflix
  • Maya Hawke im Netflix-Drama The God of the Woods

    Maya Hawke - Stranger Things Season 5 premiere - Xavier Collin/Image Press Agency/Avalon