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Belle Delphines kuriosester Verkauf: Warum ihr Badewasser plötzlich heiß begehrt war
Influencer verkaufen Kleidung, Kosmetik, Bücher oder eigene Getränkemarken. Belle Delphine entschied sich 2019 für ein Produkt, das selbst im ohnehin ungewöhnlichen Geschäft mit Internetberühmtheit herausstach: ihr eigenes Badewasser. Unter dem Namen „GamerGirl Bath Water“ bot die britische Internetpersönlichkeit kleine Gläser mit Wasser aus ihrer Badewanne zum Kauf an. Was zunächst wie ein weiterer provokanter Scherz wirkte, entwickelte sich zu einer der bekanntesten Aktionen ihrer Karriere. Die Gläser waren schnell vergriffen und Jahre später sorgte der Verkauf noch einmal für Schlagzeilen.
Wie aus einem Internetgag ein echtes Geschäft wurde
Belle Delphine hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine enorme Reichweite aufgebaut. Bekannt wurde sie durch eine bewusst überzeichnete Onlinepersona, die Elemente aus Gaming, Cosplay und Internetkultur miteinander verband. Provokation gehörte zu ihrem Geschäftsmodell. Als sie im Sommer 2019 ankündigte, ihr Badewasser abzufüllen und für 30 US Dollar pro Glas anzubieten, passte die Idee deshalb erstaunlich gut zu ihrer bisherigen Selbstdarstellung.
Hinter dem kuriosen Produkt steckte allerdings ein reales Geschäft. Delphine erklärte später, dass die Verkäufe Einnahmen von rund 90.000 US Dollar eingebracht hätten. Genau hier bekam die Geschichte eine unerwartete Wendung. PayPal schloss nach ihren Angaben das betreffende Konto und das dort vorhandene Geld war für sie zunächst nicht verfügbar.
Der Fall zeigt nebenbei, wie wichtig Zahlungsdienste für digitale Geschäftsmodelle geworden sind. PayPal wird heute längst nicht mehr ausschließlich für klassische Einkäufe in Onlineshops verwendet. Auch digitale Unterhaltungsangebote greifen auf entsprechende Zahlungsmöglichkeiten zurück. In der Glücksspielbranche gehören dazu beispielsweise Casinos mit Paypal-Einzahlung, bei denen Einzahlungen über ein bestehendes PayPal Konto möglich sind und Zahlungsdaten nicht unmittelbar beim jeweiligen Anbieter hinterlegt werden müssen. Vergleichsportale können dabei helfen, Unterschiede bei Verfügbarkeit, Konditionen und weiteren Merkmalen einzuordnen. Bei Delphine lag das Problem allerdings auf der anderen Seite der Transaktion: Das Produkt war verkauft, doch auf einen erheblichen Teil der daraus entstandenen Einnahmen konnte sie nicht wie erwartet zugreifen.
Warum Fans überhaupt Badewasser kauften
Aus rein praktischer Sicht war der Gegenwert überschaubar. Käufer erhielten ein kleines Glas Wasser, das nach Angaben der Influencerin tatsächlich aus ihrer Badewanne stammte. Der eigentliche Wert entstand deshalb nicht durch das Produkt selbst, sondern durch dessen Verbindung zu Belle Delphine.
Genau darin liegt ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg der Aktion. Influencer verkaufen nicht ausschließlich Gegenstände. Sie vermarkten Aufmerksamkeit, Zugehörigkeit und die Nähe zu einer öffentlichen Persona. Bei Delphines Badewasser wurde dieses Prinzip bewusst auf die Spitze getrieben. Das Glas funktionierte gleichzeitig als Fanartikel, Internetwitz und Sammlerstück.
Hinzu kam der enorme Gesprächswert. Ein gewöhnliches Merchandise Produkt hätte vermutlich wesentlich weniger internationale Berichterstattung ausgelöst. Badewasser für 30 Dollar war dagegen ungewöhnlich genug, um in sozialen Netzwerken diskutiert und von Medien aufgegriffen zu werden. Die öffentliche Reaktion wurde damit selbst zum Bestandteil der Vermarktung.
Der Verkauf passte perfekt zu ihrer Internetpersona
Die Aktion lässt sich kaum getrennt von Delphines damaligem Auftreten verstehen. Ihr Erfolg beruhte zu einem erheblichen Teil darauf, Erwartungen der Internetkultur aufzugreifen, zu überzeichnen und daraus Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Statt klassischer Werbung nutzte sie häufig Inhalte, die zunächst wie ein Scherz wirkten. Dadurch blieb für das Publikum teilweise offen, wo die Inszenierung endete und das ernsthafte Geschäftsmodell begann. Beim Badewasser verschwammen diese Grenzen besonders deutlich.
Ausgerechnet diese Mischung machte das Angebot interessant. Fans konnten tatsächlich ein Produkt bestellen, gleichzeitig wurde dessen Existenz im Netz selbst zum Meme. Auch Menschen, die niemals ein Glas kaufen würden, sprachen darüber. Für eine Person, deren wirtschaftlicher Erfolg wesentlich von digitaler Aufmerksamkeit abhängt, war diese Reichweite mindestens ebenso wertvoll wie der unmittelbare Verkauf.
Die Geschichte war mit dem Ausverkauf noch nicht vorbei
Normalerweise wäre die Geschichte nach dem Verkauf der Gläser beendet gewesen. Bei Delphine entwickelte sich jedoch Jahre später eine zweite Episode.
2024 machte sie öffentlich auf ihre Erfahrungen mit PayPal aufmerksam. Nach ihrer Darstellung war ihr Konto damals wegen Verstößen gegen die Nutzungsbedingungen geschlossen worden. Die rund 90.000 Dollar aus den Verkäufen seien einbehalten worden. Sie veröffentlichte dazu auch entsprechende Informationen in sozialen Medien.
Der Fall verbreitete sich erneut und wurde von internationalen Medien aufgegriffen. PayPal zahlte Delphine das Geld schließlich zurück. Gegenüber Business Insider erklärte das Unternehmen, dass es nach einer Überprüfung festgestellt habe, die betreffende Kontoinhaberin hätte eine Rückerstattung erhalten müssen.
Damit bekam eine fünf Jahre alte Internetgeschichte plötzlich eine neue Aktualität. Aus dem kuriosen Verkauf von Badewasser wurde zugleich ein Beispiel dafür, welche Schwierigkeiten entstehen können, wenn digitale Geschäftsmodelle von externen Plattformen und Zahlungsdienstleistern abhängig sind.
Was hinter dem Erfolg solcher Produkte steckt
Delphines Aktion erscheint auf den ersten Blick vor allem absurd. Aus Marketingperspektive lässt sich ihr Erfolg jedoch durchaus erklären. Limitierte Verfügbarkeit, eine bereits vorhandene Fangemeinde und ein Produkt mit hohem Gesprächswert trafen gleichzeitig aufeinander.
Entscheidend war außerdem, dass die Idee unmittelbar mit der Person verbunden war. Ein beliebiger Onlineshop hätte kaum erfolgreich Gläser mit Badewasser für 30 Dollar anbieten können. Bei einer Internetpersönlichkeit, deren Marke von Provokation und ungewöhnlicher Selbstinszenierung lebte, bekam dasselbe Produkt eine völlig andere Bedeutung.
Ähnliche Mechanismen lassen sich heute bei limitierten Influencer Kollektionen, signierten Gegenständen oder ungewöhnlichen Fanartikeln beobachten. Der materielle Wert muss dabei nicht mit dem Verkaufspreis übereinstimmen. Bezahlt wird häufig auch für Exklusivität, Geschichte und die Verbindung zu einer bekannten Person.
Mehr als nur ein Glas Wasser
Belle Delphines Badewasser ist deshalb bis heute mehr als eine bizarre Randnotiz der Influencer Geschichte. Die Aktion zeigte bereits 2019, wie sich digitale Bekanntheit unmittelbar in ein reales Produkt verwandeln lässt und wie wenig dieses Produkt dafür mit klassischen Vorstellungen von Wert zu tun haben muss.
Dass Jahre später sogar die Zahlungsabwicklung erneut Schlagzeilen produzierte, verlängerte die Lebensdauer der Geschichte zusätzlich. Was mit einem Glas Badewasser und einer provokanten Idee begann, entwickelte sich zu einem Beispiel dafür, wie Aufmerksamkeit, Fangemeinschaft und geschickte Selbstvermarktung im Internet ineinandergreifen können. Gerade deshalb ist der Verkauf bis heute eine der Aktionen, die besonders eng mit Belle Delphines ungewöhnlicher Karriere verbunden sind.