Das sagt Andy Borg über die kritischen Entwicklungen der Branche

Stefan Mross Radio Schlager Tour Oranienburg Aug 2022 – Getty
Die Schlagerwelt verändert sich und Andy Borg blickt nicht nur mit Sorge auf die aktuellen Entwicklungen.
Besonders das Aus für ‚Immer wieder sonntags‘ und der zunehmende Einsatz Künstlicher Intelligenz beschäftigen den Sänger und Moderator. Das Ende der beliebten ARD-Sendung nach 31 Jahren sorgt innerhalb der Schlagerbranche für Enttäuschung. Auch Andy Borg kann die Entscheidung vor dem Hintergrund der Sparmaßnahmen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nachvollziehen, persönlich fällt ihm das Ende des Sendung jedoch schwer. Schließlich kennt der 65-Jährige eine solche Situation aus eigener Erfahrung.
2015 wurde seine damalige Sendung ‚Musikantenstadl‘ in ihrer ursprünglichen Form beendet. „Das mit dem Absetzen einer beliebten Sendung kenne ich ja aus eigener Erfahrung“, erklärte Borg im Gespräch mit dem Schweizer Magazin ‚Blick‘. Seinem Kollegen und Freund Stefan Mross will Borg deshalb bei der letzten Ausgabe von ‚Immer wieder sonntags‘ zur Seite stehen. Die finale Sendung ist für den 13. September geplant. „Wenn er möchte, bin ich bei seiner letzten Sendung dabei“, kündigte der Moderator an. Gleichzeitig macht ihn das Ende der Sendung nachdenklich. Nicht nur Mross sei davon betroffen, sondern ein ganzes Team, betonte Borg. „Auch wenn es mir persönlich sehr schwerfällt, weil ich weiß, dass es nicht nur Stefan, sondern das ganze Team betrifft. Das ist wie eine Familie, die auseinanderbricht!“
Doch nicht nur die Veränderungen im Fernsehen sorgen bei Borg für Unmut. Auch in der Musikbranche beobachtet er eine Entwicklung mit Skepsis: Künstliche Intelligenz wird zunehmend für die Produktion von Musik eingesetzt. Borg berichtet, dass ihm immer häufiger Demoaufnahmen vorgelegt werden, die vollständig mithilfe von KI entstanden sind. Seine Reaktion darauf fällt deutlich aus: „Es ärgert mich maßlos, weil alles konstruiert und nicht komponiert ist!“ Besonders problematisch findet er, dass selbst erfahrene Musiker den Unterschied nicht immer auf Anhieb hören. Manchmal erkenne er erst beim zweiten Durchlauf, dass ein Stück künstlich erzeugt wurde. „Es ist zu perfekt, es ist ein KI-Produkt“, beschrieb er seine Erkenntnis. Sein Fazit fällt ernüchtert aus: „Schrecklich und schade, schade, schade, wir können es nicht verhindern.“ Zugleich sieht Borg auch eine Mitschuld der Gesellschaft an dieser Entwicklung: „Die Geister, die ich rief! Wir haben uns alles selber eingebrockt.“





