"Scheinheiligkeit": Warum Robbie Williams trotz Kritik in Katar auftritt

Robbie Williams

Thomas Eisenhuth/picture-alliance/Cover Images

Zwar wird mittlerweile in Katar auch Fußball gespielt, doch die Menschenrechte im Gastgeberland der WM sind nach wie vor ein brennendes Thema. Kritik gibt es auch an der Ausrichterin FIFA, die sich offenbar allen Restriktionen beugt. Nur wenige Promis möchten mit dem Sport-Spektakel etwas zu tun haben. Einer von ihnen ist Robbie Williams (48).

Die Welt gegen Katar?

Während Stars wie Dua Lipa oder Rod Stewart trotz lukrativer Angebote davon absahen, in einen Flieger nach Doha zu steigen, hat der Sänger ('Angels') einem Auftritt am Persischen Golf zugestimmt. In einem Interview mit der italienischen Zeitung 'La Repubblica' verteidigte er seine Entscheidung. "Es wäre scheinheilig von mir, nicht hinzufahren, wegen all der anderen Orte, an die ich fahre. Jeder, der Nachrichten schreibt, in denen er 'Nein zu Katar' sagt, macht das mit chinesischer Technologie." Er glaubt, dass die Welt sich bewusst entschieden hat, dass Katar der Bösewicht ist.

Robbie Williams wettert über Scheinheiligkeit

Genau das ist Robbie Williams zu einseitig. "Ich glaube, da ist diese Scheinheiligkeit. Wenn wir diesen einen Fall nehmen, dann müssen wir (unser Vorgehen) gleichmäßig auf die ganze Welt anwenden." Das würde schnell zu Problemen führen: "Wenn wir das machen, kann niemand irgendwo hingehen." Den Unterschied zwischen einem Land, dass trotz Menschenrechtsverletzungen inmitten von Korruptionsvorwürfen eifrig die Werbetrommel rührt, sein Image für das Zeitalter nach dem Erdöl fitzumachen und der Nutzung eines in China gefertigten Telefons schien er geflissentlich zu ignorieren, ebenso die Tatsache, dass in der Tat viele Stars auf Auftritte in kontroversen Ländern verzichten.

Rod Stewart hatte vor wenigen Tagen verkündet, ein lukratives Angebot eines Auftritts bei der WM ausgeschlagen zu haben. Dua Lipa hatte auf Social Media geschrieben, dass sie sich "auf einen Besuch in Katar freut, wenn das Land all seine Zusagen in Sachen Menschenrechte erfüllt hat." Mittlerweile hat Amnesty International Robbie Williams aufgefordert, seinen Auftritt zu nutzen, um Katar öffentlich zu kritisieren — ob er das wagt?

Bild: Thomas Eisenhuth/picture-alliance/Cover Images

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